Pancakes

Manchmal habe ich morgens Lust auf Pancakes, aber es sind keine Eier da. Das ist dann auch genau der Morgen, an dem keine Banane da ist. In diesem Fall Leinsamen als Ei-Ersatz? (Weiß nicht, habt Ihr da Erfahrungen?).

Sind Eier oder Bananen oder beides da, dann ist keine Milch da. Vielleicht lässt sich das Rezept noch mit Kokosmilch retten. Sesam-Milch versuchte ich nur einmal selbst zu machen, nachdem ich ein Video sah, in dem es als ganz einfach dargestellt wurde.

Ich wirkte bei der Verkostung nicht so natürlich fröhlich glücklich wie die schöne Köchin im Video. Kurz, es hat mir nicht geschmeckt, denn ich empfand die „Milch“ als wässrig und bitter.

Sind Eier oder Bananen oder beides, Milch oder Kokosmilch oder beides da, dann sind vermutlich weder zarte Hirse – noch Haferflocken da, weder gemahlene Mandeln noch Mehl. Reismehl in Bio-Qualität zwischen Natursteinen gemahlen wäre noch eine Alternative, aber dieses Mehl wollte ich zu etwas ganz besonderem verwenden. Sind Pancakes so etwas besonderes?

Sind Eier oder Bananen oder beides da, Milch oder Kokosmilch oder beides da, Hirse- oder Haferflocken oder beides da, dann kann ich immer noch daran scheitern, dass keine Beeren da sind oder der Agavendicksaft alle ist….

Wenn alle Zutaten da sind, dann habe ich vermutlich keine Zeit, verschlafe oder die Familie möchte „öbbis rächts“ wie zum Beispiel „Anke-Schnitte mit Gutsli“. Übersetzt, die Familie bevorzugt Butterbrot mit Marmelade….

Rezept Pancakes

Zutaten

2 Eier
100 ml Kokosmilch
50g Haferflocken, fein
½ Tl Backpulver
2 EL Kokosflocken
½ EL holländisches Kakaopulver, beste Qualität
2 TL Agavendicksaft
Kokosöl zum Anbraten

Zubereitung

Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Mehl mit Backpulver, Kakao und Kokosflocken mischen. Milch sowie Süßungsmittel nach Wahl hinzugeben und gut rühren. ½ Stunde quellen lassen.

Nun das Eiweiß unterheben und vorsichtig mit einem Löffel unterheben. Kokosöl erhitzen und 2-3 EL des Teiges in die Pfanne geben. Die Pancakes wenden, wenn sie sich gut vom Pfannenboden lösen lassen. Bei milder Hitze auf der zweiten Seite braten.

Blog Jutta Hofmann

Verwendet man anstatt den Haferflocken Hirseflocken, so erhält man eine glutenfreie Variante. Natürlich kann man auch Heidelbeeren, oder Brombeeren dazu servieren. Gebratene Bananen, Apfelspalten 0der Birnenstücke wären eine feine Ergänzung im Winter. Sollte es noch üppiger sein, also fast schon ein süßes Mittagessen oder eine dekonstruierte Torte, dann kann man noch mit Agavendicksaft abgeschmeckten griechischer Joghurt oder Ricotta dazu reichen.

Französischer Salat

Das Rezept lässt sich wunderbar an das was es auf dem Markt – je nach Jahreszeit – gibt, anpassen. Aus diesem Grund habe ich keine genauen Mengenangaben gegeben.

Rezept Französischer Salat

Zutaten

verschiedene Blattsalate
gemischte Kräuter mit weichen Blättern
reife Kirschtomaten
nicht zu hart gekochte Wachteleier – wenn vorhanden
Parmesan, mit dem Sparschäler zu Locken abgezogen
frisch geröstete Sonnenblumenkerne
ausgelöste Hühnerschenkel – einer pro Person als Hauptgericht, ansonsten reicht die Hälfte als Vorspeise
weißer Balsamico Essig
Olivenöl
Kräutersalz
Senf
Pfeffer

Zubereitung

Das Fleisch wird in 2 cm große Quadrate geschnitten. Dann mit der Hautseite nach unten in eine kalte Pfanne gelegt. Diese wird langsam aufgeheizt – zunächst reicht Stufe 3 aus. Das Fett soll langsam aus der Haut laufen. Wenn die Pfanne gut mit Fett gefüllt ist stellt man den Thermostat auf 6. Jetzt wird die Haut knusprig gebraten, dann wendet man die Fleischstücke sorgfältig und reduziert die Hitze wieder auf 3. Die Fleischstücke werden mit Kräutersalz gewürzt und wieder gewendet. Auch diese Seite wird gesalzen. Nun lässt man die Stückchen in der Pfanne bis der Bratensaft „karamellisiert“.

Ist man mit der Farbe der Fleischstücken zufrieden, nimmt man sie aus der Pfanne und löscht den Bratensatz mit hellem Balsamico Essig ab, noch etwas Hühnerbrühe kann nicht schaden. Noch etwas Olivenöl, Senf, Pfeffer und Kräutersalz zum Abschmecken.

Die Blattsalate und Kräuter werden in einer Schüssel mit der Salatsoße vorsichtig gemischt. Den Salat portionsweise auf Teller verteilen, die Tomaten, Wachteleier, Fleischstücke darüber verteilen und mit Sonnenblumenkernen und Parmesan bestreuen.

Geschnittene Tomaten in einer Schale
kleine Stücke Hühnerfleisch, goldbraun gebraten
Kopfsalat, Rucola, Eichblattsalat
Blog Jutta Hofmann

Die Geschichte zum Rezept auf: Endecken und Reisen

Kokos Müsli

Obwohl ich noch nie in der Südsee war, nur abenteuerliche Geschichten von Reisenden kenne, die auf dem Frachtschiff von Insel zu Insel fuhren, ist der Geschmack der Kokosnuss der Inbegriff von Urlaub für mich. Der bekannte Schokoriegel mit Kokos, die weißen Kugeln mit dem edlen Flair, deren Flocken so trocken sind, dass sie sich zwischen den Zähnen verklemmen, die fettige Schokolade mit den gerösteten Kokosflocken, die Kokosberge in weiß oder pink vom Jahrmarkt … das alles führte bei mir zur doch etwas bizarren Assoziation, dass Kokos etwas mit Urlaub zu tun hat. Oder ist Sehnsucht der richtige Ausdruck dafür?

Der Morgen ist grau. Es steht schon fest, dass der Arbeitstag 10 Stunden hat,  dann ist es gut den Tag „zwischen zwei Palmen“ zu beginnen…. Also ein Frühstück auf der Basis von Kokosflocken auszuprobieren.

Rezept Kokos Müsli

Zutaten

3 Esslöffel Naturjoghurt
4 Esslöffel Kokosflocken super Qualität
2 Aprikosen
3 Datteln
1 Teelöffel Leinsamen
1 Esslöffel Wasser
etwas Zitronenschale
etwas Kakaonipps
1 Esslöffel Joghurt zusätzlich

Zubereitung

Leinsamen mit Wasser in die Schale geben. Datteln und Aprikosen kleinschneiden. Joghurt zum Leinsamen geben, die Kokosflocken, Datteln und Aprikosen dazu und gut umrühren. Die Mischung noch eine Viertelstunde ziehen lassen, mit frisch abgeriebener Zitronenschale und ein paar Kakaonipps bestreuen und genießen.

Wichtig ist, dass die Kokosflocken von guter Qualität sind, eben kein Kokosstaub, wie er oft im untersten Regal im Laden angeboten wird. Mit Bio Kokosflocken von Alnatura machte ich gute Erfahrungen.

Kaum esse ich, fällt mir natürlich ein, was man noch alles dazu geben oder weglassen könnte oder in einer anderen Jahreszeit anders machen könnte….

Aprikosen und getrocknete Datteln in Stücken auf einem Holzbrett
Kokos Müsli Joghurt, Kokosflocken, Aprikosen, Kakao Stücke in einer blauen Schale
Blog Jutta Hofmann

Die Mischung ist etwas trocken. Je nach Geschmack könnte man noch Milch oder Kokosmilch zufügen oder den Saft einer frisch ausgepressten Orange.

Wird der Joghurt durch Kokosjoghurt (18% Fettgehalt!!!) ersetzt, erhält man ein sehr gehaltvolles Müsli, vegan und glutenfrei. In diesem Fall würde ich die Joghurt Menge halbieren und den Saft einer Orange zugeben.

Asiatische Hühnersuppe

Das ist meine Version der vietnamesischen Pho.

Rezept Pho mit Huhn

Zutaten

Salz
2 Hühnerschenkel, am besten frisch vom freilaufenden Huhn
2 Sternanis
2 Kardamomkapseln
1 TL Koriandersamen
1 Stück Zimtrinde
1 TL schwarze Pfefferkörner
2 halbierte Schalotten
1 kleine Zwiebel geviertelt
3 Frühlingszwiebeln in Stücke geschnitten
1 TL brauner Zucker

asiatische Nudeln
Rapsöl
3 Schalotten
1 TL Austernsoße
1/4 Tasse geschnittene Frühlingszwiebeln
1/4 Tasse geschnittener frischer Koriander
Bohnensprossen, junge Spinatblätter, Basilikumblätter, Minzeblätter, frische Chili Schoten, Limettenviertel

Zubereitung

In einem großen Topf Salz und ein Liter Wasser zum Kochen bringen. Die Hühnerschenkel hineinlegen und langsam zum Köcheln bringen. Nach 30 Minuten den Topf vom Herd nehmen und das Fleisch aus der Brühe nehmen.

Während das Huhn kocht die Gewürze anrösten: In einer schweren Pfanne Sternanis, Kardamom, Koriander, Zimt, Schwarzer Pfeffer erhitzen und ca. 3 Minuten rösten. In eine kleine Schale füllen.

In der selben Pfanne die Schalotten, Zwiebeln und Frühlingszwiebeln andünsten und für 10 Minuten weiter garen, bis die Zwiebeln eine goldene Farbe bekommen.

Das Fleisch von den Knochen lösen und grob zerteilen. Die Knochen und die Haut wieder in die Brühe zurück geben, die gedünsteten Zwiebeln und nochmals für eine Stunde leise köcheln lassen. Dann die gerösteten Gewürze zufügen und nochmals für eine Stunde köcheln lassen. Den Zucker in die Brühe geben und noch eine halbe Stunde köcheln lassen. Die Brühe absieben und in einen sauberen Topf geben.

Für die Garnitur die Nudeln mit kochendem Wasser überbrühen und ziehen lassen bis sie weich sind. Dann die Nudeln absieben. Das Öl erhitzen und die Bohnensprossen, Spinatblätter und Frühlingszwiebeln andünsten. Nach kurzer Garzeit wieder abkühlen lassen.

Die Brühe zum Kochen bringen, das Fleisch zugeben, dann mit Salz und Austernsauce abschmecken. Die Brühe mit dem Fleisch in Schalen verteilen. Mit Gemüse, frischen Kräutern, fein geschnittener Chili Schote und den Limettenvierteln servieren.

Schalotten, Frühlingszwiebeln, Zwiebeln und Knoblauch auf einem grünen Teller
Sternanis, Koriander, Kardamom, Zimt, Pfeffer auf einem grünen Teller
Zucchini, Gurken in feinen Streifen, Minze, Basilikum, Koriander
Blog Jutta Hofmann

Die Geschichte zum Rezept gibt es unter: Denken und Schreiben

Salat mit Radicchio, Kaktusfeigen und Feta

Ein herbstlicher Salat, in dem sich noch etwas Sommer versteckt. Und Feta, der Sattmacher, der Wochen im Kühlschrank überleben kann, weil er sich hinter Senfgläsern, Marmelade und diversen Sriracha Chili Sauces versteckt hält.

Rezept Salat mit Radicchio, Kaktusfeigen und Feta

Zutaten

1 kleiner Radicchio
125 g Feta
125 g blaue Weintrauben
2 Kaktusfeigen
6 EL Olivenöl
3 EL weißer Balsamico Essig
Saft einer halben Limette
1 TL Honig
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

Den Radicchio Salat vierteln, den Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Kurz waschen. Die Trauben waschen, abzupfen und halbieren. Wer mag, kann so die Kerne entfernen. Die Kaktusfeigen vorsichtig abspülen, das obere und das untere Ende abschneiden. Die verbliebene Schale in Streifen einschneiden und abziehen. Die Früchte halbieren und dann in Stücke schneiden.

Den Feta aus der Packung nehmen, trocken tupfen und würfeln. In einer Schüssel aus Olivenöl, Essig, Limettensaft, Honig, Salz und Pfeffer eine Salatsauce rühren. Früchte und Salat unterheben und zum Schluss die Fetawürfel locker untermischen.

Radicchio, Trauben, Kaktusfeigen, Limette und Feta auf einem Holzbrett
Radicchio in Streifen mit halbierten Trauben, Feta und Kaktusfeigen
Blog Jutta Hofmann

Die Kaktusfeigen lassen sich gut durch Pfirsiche oder Kakis ersetzen.

Gersten Suppe

Das ist meine Wintersuppe der Kindheit. Es gab sie bestimmt alle zwei Wochen, wenn es kalt war. Ich mochte sie besonders mit Speck. Heute mag ich sie lieber mit Pilzen…..

Hatte ich mir als Kind den Magen kräftig verdorben, dann gab es die Suppe nur mit Gerste und Brühe, dafür besonders lange gekocht. Was früher Schonkost war, ist heute „Comfort Food“….

Rezept Gerstensuppe

Zutaten

 1 Tasse Gerste
1 Zwiebel
1 Stück Knollensellerie
2 Tomaten
1 EL Rapsöl
Petersilienstengel
Liebstöckelkraut- nach Wunsch
Thymianzweige
1 Knoblauchzehe
1/2 l Gemüsebrühe
4 EL getrocknete Pfifferlinge
Salz, Pfeffer, Limettenschale

Zubereitung

Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden, ebenso Knoblauch und den Knollensellerie. Das Gemüse in Öl andünsten, die Gerste zugeben und mit der Brühe ablöschen.
Nach einer halben Stunde die getrockneten Pfifferlinge und Petersilienstengel und Thymianzweige zugeben.

Die Tomaten halbieren, den Strunk entfernen und die Kerne mit einem Löffel ausschaben. Die Hälften in die Suppe geben und mitköcheln lassen, bis sich die Haut löst. Die Hälften und die Haut aus der Suppe schöpfen. Die Hälften in Streifen schneiden und beiseite legen.
Wenn die Gerste weich ist und die Suppe einen sämige Konsistenz hat, mit Salz, Pfeffer und abgeriebener Limettenschale abschmecken. Die Suppe mit den Tomatenstreifen garniert servieren.

Gerstensuppe mit roten Tomatenstücken in einer handbemalten Schale und einer Pfeffermühle auf der Seite
Blog Jutta Hofmann

Zusammen mit den Zwiebeln könnte man auch eine fein geschnittene Karotte, ein Stengel Bleichsellerie in Scheibchen und ein Stück Petersilienwurzel in Würfelchen andünsten. Dazu passen ausgezeichnet Totentrompeten anstatt Pifferlingen als Ergänzung in der Suppe.

Hirse Waffeln

Von meiner Oma bekam ich zu meinem 18. Geburtstag ein Waffeleisen geschenkt. Das Waffeleisen hat mich vom Schwarzwald an den Rhein, von dort in den Hunsrück und wieder zurück in den Schwarzwald begleitet. Es ruht manchmal monatelang und dann ist es wieder alle zwei Wochen in Gebrauch. Besonders seit ich dieses Rezept mit Hirseflocken entwickelt habe.

Hirse Waffeln

Zutaten

60 g Dinkelmehl
25 g Hirseflocken
1 TL Weinsteinbackpulver
1 Prise Salz
10 g Kokosflocken oder 1 TL Mahlep (Felsenkirschkernmehl) oder 1 TL Kakao
1 Ei
70 ml Naturjoghurt
50 ml Milch
2 EL Rapsöl
1 EL brauner Zucker, (falls Kakao verwendet wird, etwas mehr Zucker)

Zubereitung

Alle trockenen Zutaten miteinander mischen, danach in einem Rührbecher alle feuchten Zutaten miteinander mischen. Mit einem Rührlöffel die Ei-Joghurt-Öl-Milch Mischung unter die Mehlmischung rühren. Dann lässt man den Teig eine halbe Stunde ruhen. Sollte er sehr dick geworden sein, kann man nochmals etwas Milch unterrühren, aber nur wenig!

Ein Waffeleisen auf Stufe3 aufheizen und je zwei Esslöffel Teig zu einer Waffel ausbacken. Es gibt insgesamt vier Waffeln.

Waffeln in drei Phasen, die zweite Phase
Blog Jutta Hofmann

Die trockenen und feuchten Zutaten können schon am Vorabend abgewogen und gemischt werden. Am anderen Morgen rührt man den Teig fertig – so lassen sich die Waffeln bequem für das Sonntags Frühstück oder für Gäste vorbereiten.

Die Geschichte zur zerzausten Waffel in der Galerie oben gibt es demnächst unter „denken und schreiben“.

Rubinette

Rubinette

Auf dem Tischchen vor Elsa liegt ein Apfel. Ihre Augen tasten die Form ab und geben sie an ihre Hände weiter, die mit Schwung den Umriss des Apfels auf das Papier zeichnen. Er verjüngt sich von oben nach unten, ist zur rechten Seite mehr gewölbt als zur linken.
Der Stil lugt verloren aus der kleinen Vertiefung. Elsa ist mit der Kontur zufrieden.

Ihre Augen wechseln zwischen dem Apfel und den Pastellkreiden. Welcher Grundton hat der Apfel ? Rechts ist er mehr grün. Genauer betrachtet ist das Grün mit gelben und roten Farbtönen leicht durchmischt. Links ist er mehr rot.

Rubiinette überwiegend grün

Am Stil überwiegt der olivfarbene Ton, der strichig in verschiedene rote Farbtöne übergeht. In Elsas Farbkasten gibt es: orange, cadmiumrot, karmesin, magenta, oder siena gebrannt.

Elsa schraffiert die rechte Seite in Grün, die linke in Rot. Je mehr Rottöne sie in kurzen Strichen aufträgt, desto mehr wird die Farbfläche zum Apfel, nur der Übergang von der rechten zur linken Seite will nicht gelingen. Elsa tritt zurück und lässt ihren Blick nochmals über den Apfel gleiten.

Rubinette stehend im Vordergrund mit roter und grüner Schale

Sie nimmt den Apfel in die Hand und schließt die Augen. Die Oberfläche ist rau und zart zugleich, ein bisschen wie beflocktes Papier, die Punkte sind erhaben, der Stil kantig, aber trotzdem elastisch. Ihr Daumen spielt mit dem Anhängsel.

Ein fruchtiger Duft steigt ihr in die Nase. Zitronig, rosig, etwas nach schwarzem Tee. Diese Vielfalt an Eindrücken umgibt den Apfel in ihrer Hand. Die Kühle ist aus ihm gewichen. Ihre Lippen berühren die Haut des Apfels, als sie entschlossen abbeißt. Das Kauen verursacht ein lautes Geräusch in ihrem Kopf.

Das Fruchtfleisch kühlt ihre Zähne. Sie zerkauen es, der Mund füllt sich mit Saft, der ein prickelndes Gefühl hervorruft. Nach dem Schlucken ist der Mund erfrischt. Elsa betrachtet den Apfel wieder. Das Fruchtfleisch besteht aus irisierenden Kristallen, auf denen der Saft in Perlen steht.

Es ist durchzogen von grünlichen Adern, die sich wie kleine Täler, in Richtung Kernhaus verlaufen. Der nächste Biss legt das Kernhaus frei. Die Kerne haben einen milden Marzipan Geschmack, ihre Hüllen verfangen sich zwischen ihren Zähnen.

Elsa legt den Apfel zurück auf den Tisch. Die schwierige Farbpartie ist nun verschwunden, sie kann weitermalen.

Eine Fahrt nach Frankreich

Es ist Donnerstag Nachmittag. Wir fahren ziemlich hektisch in Richtung französische Grenze. Es sitzen uns ein Büro, Schweißzusatzwerkstoffe und ein grantiger Werkstattmeister im Nacken.
Über dem Rhein sieht die Welt besser aus. Die Wasserstraße ist in der Lage all das unerfreuliche von uns fern zu halten.
Wir haben keinen Plan wohin, sondern biegen in den Dörfern auf das geradewohl ab. Fachwerkhäuser in vielen Farben lenken den Blick auf sich: Lavendelblau, Milka-Lila, Rosa, Anisgrün oder noch schöner Vert l´aneth, Ochsenblutrot, Grau, Pastis-farben, Himmelblau, Safrangelb oder vor 50 Jahren einmal weiß gewesenes Weiß.
Es werden weniger Dörfer, die Straße klettert die Hügel am Fuße der Vogesen hoch. Wir fahren durch kühle Laubwälder, kommen schneller als gedacht über die Baumgrenze und auf der anderen Seite wieder runter. Ich bekomme als erstes Hunger. Die Zeit des Reiseführers ist gekommen.

Ich wähle für uns eine Auberge außerhalb eines kleinen Weilers als Bleibe für die nächsten Tage. Mühelos finden wir den Weg. Die Straße wird zum Sträßchen, zum Schleichweg und schließlich zum Feldweg, der entlang eines Laubwalds führt. Ich sehe uns schon auf bemoosten Holzstühlen im Garten der Auberge sitzen, nichts als ein Tisch mit zwei Gläsern Crémant d´Alsace und einer Terrine de Campagne zwischen uns. Zum Hauptgang Saibling aus einem der vielen Teiche, an denen wir vorbei gefahren sind, und zum Dessert eine Tarte au myrtille mit einer Kugel glace à la vanille fait à la maison. Die Einheit wäre kurz unterbrochen durch einen petit café auf der einen und einem eau de vie vielle prune auf der anderen Seite, danach würden wir in die hoffentlich nicht zu weichen Betten sinken – ohne Geschirr zwischen uns.

„Es gibt keinen freien Parkplatz mehr!“. Mein Mann bremst abrupt. Wir passen mit unserem Auto gerade noch zwischen Wohnmobile, Spriner, Ducatos und – es gibt sie tatsächlich noch – Ford Transits. Wir sind sozusagen der Bouchon, der Korken, auf dem Flaschenhals des Parkplatzes vor der Auberge.
„Steig aus und frage, ob noch etwas frei ist. Ich warte im Auto“.
Ich gehe an den bunt beklebten Fahrzeugen aus Belgien, Holland und Luxemburg vorbei zum Eingang. Die Freiräume zwischen den Fahrzeugen sind mit Rennrädern aufgefüllt.

Désolée, meint Francine an der Rezeption, ob ich denn nicht wüsste, dass dies das Wochenende des traditionellen Radrennens sei und alles im Umkreis von 50 km sei occuppé. Sie wünscht mir noch bonne chance. Mein Mann ist nicht enchanté und erklärt mir, dass er keine Lust hat, jetzt noch so weit zu fahren. Wir holpern zurück in die Zivilisation, fahren durch Orte ohne Auberge, ohne Bed & Breakfast, ohne Hotel.

„Formule un“ gibt es in allen größeren Orten, höre ich mich sagen. Montbelliard oder Socheaux.
„Ich mag keine Hotels“, knurrt mein Mann. Seiner Stimme höre ich an, dass er Kohldampf schiebt. Vor uns kommt eine Ortschaft in Sicht. Mein Mann biegt flott links ab und wir stehen auf dem staubigen Parkplatz des „Auberge de la Terrasse“ am Ortseingang von Villersexel.
„Das ist auch ein Hotel!“ Mein Einwand wird nicht gehört.
„Da übernachten wir jetzt“, schon ist er ausgestiegen.
„Du wolltest doch in kein Hotel?!“. Ich höre die Kofferraumklappe zuschlagen.

Wir bekommen ohne Problem ein Doppelzimmer. Es ist sehr geräumig, hell und gut gelüftet. Die Möbel sind gepflegt antik und auf der Tapete sind duftige Farnranken aufgeprägt. Très jolie! Das Bad ist sehr groß mit zwei Waschbecken, flauschigen Handtüchern und einer geräumigen Dusche.
„Das Zimmer hat kein WC! Wieso hast Du ein Zimmer mit Toilette auf dem Gang genommen? Das ist doch blöd!“. Mein Mann ist genervt, während ich dachte, das Nicht-null-acht-fuchzehn-Zimmer bringt alles wieder ins Lot.
Er macht im Zimmer alle Schränke auf.
„Das brauchen wir doch alles gar nicht für drei Nächte! Aber ein WC!“. Er macht den letzten schmalen Schrank auf. Nein, wir blicken nicht auf eine Kleiderstange, sondern in einen kleinen Raum, weiß gefliest, mit WC.
„Ich muss dringend“, dränge mich an ihm vorbei, hebe den Deckel, setze mich und will die Tür zu machen, weil ich  für diesen Gang Diskretion schätze. Ich schlage mir die Tür auf die Fußspitzen, ich drehe die Füße beiseite und habe nun die Tür an meinen Knien. Sie geht nicht ins Schloss. Ich muss weiter nach hinten rutschen, halte mich an der Türklinke, damit mein Körper nicht seinem Schwerpunkt folgt.

„Bist du bald fertig?“. Ja, bin ich. Sorgfältig fädle ich mich aus dem Cabinet aus ohne blaue Flecken zu bekommen. Während ich auf dem Bett liege, sehe ich wie die Zehen meines Mannes aus der WC Türe lugen. Er hat sich für eine andere Sitzvariante entschieden.
Wir sind dem Installateur mit dem schlechten Augenmaß dankbar, dass er überhaupt an das WC dachte.

Entspannt sitzen wir uns in der Gartenwirtschaft gegenüber. Kein Knie ist durch eine Tür eingeengt. Die Gläser mit Pernod sind schon leer, an der Flasche mit Rosé laufen Wassertropfen hinunter. Vor uns ein Teller mit buntem Blattsalat, Rauke, Minze, Basilikum, Zitronenmelisse, Kirschtomaten-Vierteln, gekochten, halbierten Wachteleiern, confiertem Hühnerfleisch, Parmesan-Locken und gerösteten Sonnenblumenkernen. Die Salatsauce ist mild und erfrischt. Jede Gabel schmeckt anders, mal krautig-salatig, fleischig-salzig, fruchtig-säuerlich, cremig-vollmundig.

Wer den Salat im original genießen will, der bekommt ihn vielleicht noch immer in der: Auberge de la Terrasse

Ob es unser Zimmer noch gibt, weiß ich nicht. Auf der Website sind sehr schöne, neu gestaltete, Zimmer zu sehen.