Knusper Erdbeer Törtchen

Die monatliche Delinero-Box brachte mir eine Tüte Seedheart „Cashew & Cacao“ ins Haus. Beim Auspacken war ich nicht so begeistert, aber das änderte sich schnell, als ich die Körner Mischung mit Joghurt und Erdbeeren ausprobierte. Schnell hatte ich die Idee, dass man die Körner-Mischung auch sonntags-Kaffee-tauglich machen könnte: Knusper Erdbeer Törtchen!

Die Anregung für den „Nicht-aus-dem-Backofen“ Knusper stammt übrigens aus dem Buch „Kuchen aus der Pfanne“ von Élise Delprat-Alvarès, erschienen in der Edition Fackelträger, 2016.

Knusper Erdbeer Törtchen

Zutaten

für sechs Törtchen

70 g Butter
100 g Mehl (evtl. 50 g Mehl und 50 g Buchweizenmehl)
80 g – 100 g brauner Zucker
3 EL Seedheart „Cashew & Cacao“

alternativ eine Mischung aus Buchweizen, Amaranth, Leinsamen, Cacaonibs und Cashewkernen

1 EL Lemon oder Maracuja Curd (siehe Anmerkung)
ca. 25 Erdbeeren

Zubereitung

Die Zutaten für die Streusel in einer Schüssel mischen und mit den Fingerspitzen kneten. 1/3 der Masse bei Seite stellen. Aus der verbliebenen Masse sechs Taler formen.
2 Pfannen auf dem Herd auf Stufe vier anwärmen. Beide Pfannen mit Backpapier auslegen. In die eine Pfanne die Taler geben und in die andere die Streusel. Nach einiger Zeit bekommt der Teig von unten Farbe. Sind die Ränder der Taler leicht braun werden sie vorsichtig mit einem Pfannenwender umgedreht. Nun die Hitze auf eins drehen und fertig backen. In der Pfanne lauwarm abkühlen lassen.

Die Streusel in der anderen Pfanne knusprig braun braten und ebenfalls in der Pfanne auskühlen lassen.

Die kalten Kekstaler werden nun mit Lemon oder Maracuja Curd bestrichen, großzügig mit Erdbeeren belegt. Obenauf kommt nochmals von dem Curd und von den Streuseln.

Fertig!

Erdbeer Törtchen Zutaten
Erdbeer Törtchen vor zusammensetzen
Knusper Erdbeertörtchen
Blog Jutta Hofmann

Rezepte für Lemon oder Maracuja Curd:

2 Eier
50 ml Zitronensaft oder Maracuja (3 Früchte) und Zitrone gemischt
100 g Zucker
60 g Butter

Die Butter in einer Schüssel im heißen Wasserbad schmelzen lassen, die übrigen Zutaten untermischen und mit einem Schneebesen rühren bis die Masse andickt. Das dauert ca. 20 Minuten.

Alternativ kann für die Törtchen griechischer Joghurt, abgeschmeckt mit Vanille, verwendet werden.

Rezepte für Lemon oder Maracuja Curd:

2 Eier
50 ml Zitronensaft oder Maracuja (3 Früchte) und Zitrone gemischt
g Zucker
g Butter

Die Butter im heißen Wasserbad schmelzen lassen, die übrigen Zutaten untermischen und mit einem Schneebesen rühren bis die Masse andickt. Das dauert ca. 20 Minuten.

Alternativ kann griechischer Joghurt, abgeschmeckt mit Vanille, verwendet werden.

 

Pulpo mit grünem Spargel

Tintenfisch, Oktopus, Sepia, Pulpo, Kalmar – was ist denn jetzt was? Heißt das nur in jedem Land verschieden? Oder sind das verschiedene Tiere? Das Fisch Informationszentrum (FIZ) hilft weiter.

Das FIZ informiert über Fanggebiete (FAO), Fangmethoden, Bestände einzelner Fischarten in kleinräumigen Fanggebieten, Warenkunde, Videos, Rezepte und hat Broschüren zum Download.

Ganz kurz:  Pulpo, deutsche Handelsbezeichnung Oktopus, gehört zu den Tintenfischen. Das Gericht entstand in Anlehnung an den delikaten Oktopus auf galizische Art. Der Link „hinter“ dem Tintenfisch mag Euch nicht nur spanisch vorkommen, er ist spanisch. Das Rezept ist sehr einfach und fünf erstklassige Zutaten: Oktopus, Kartoffeln, spanisches Paprikapulver, Meersalz und Olivenöl machen es zu einer Delikatesse.

Pulpo mit grünem Spargel

Zutaten

1 Pulpo, ca. 600 g
300 g grüner Spargel, dünne Stangen
6 mittlere Kartoffeln
Olivenöl
Essig
Salz
spanisches Paprikapulver
Saft einer halben Zitrone

Zubereitung

In einem großen Topf Wasser erhitzen, einen Schuss Essig dazugeben und den Pulpo ins Wasser geben. Mit einem Deckel fast abdecken und ca. 1 Stunde köcheln lassen. Wenn man zwischen zwei Fingern die Spitze eines Fangarms abdrücken kann, dann ist er weich genug.

Den Pulpo lauwarm abkühlen lassen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Die Kartoffeln waschen und mit Schale weich kochen. Anschließend pellen und in Würfel schneiden.

Den Spargel waschen, das untere Ende abschneiden. Die Stangen je in drei Stücke schneiden. Das Wasser mit Salz aufkochen und die Spargelstangen ca. 3-5 Minuten kochen. In kaltem Wasser schnell abkühlen lassen.

Die Pulpostücke mit den Kartoffeln und Spargelstücken in einer großen Schüssel mischen. Olivenöl, Essig, Salz, reichlich Paprikapulver und etwas Pfeffer vermischen und über den Salat geben. Ca. 1 Stunde ziehen lassen.

Blog Jutta Hofmann

Je nach Vorliebe kann auch etwas geräuchertes Paprikapulver verwendet werden, oder – um dem Salat eine noch pikantere Note zu geben – Piri-Piri oder Piment d´Espelette.

Falls man einen gefrorenen Pulpo verwenden möchte, legt man einen kleinen Teller umgedreht in einen großen, tiefen Teller. Der Oktopus wird auf den kleinen Teller gelegt und abgedeckt. Die „Teller-Konstruktion“ stellt man in den Kühlschrank und lässt das Weichtier langsam über Nacht auftauen. So kann man verhindern, dass der Pulpo im Abtauwasser liegt.

Noch ein Dessert? Klar, doch: Mispeln mit Streusel!

Gin – auf Reisen entdecken

Cafe Pollux, Amsterdam

„Wir müssen da hin, ins Café Pollux, unbedingt. Wir können dort auch übernachten“, meinem Mann ist das sehr ernst.
Wir sind gerade dabei eine Reise nach Amsterdam zu planen.

Ich suche das Café im Internet und tatsächlich nach über 30 Jahren gibt es das Pollux noch.
„Schau nach den Zimmern!“, fordert mich mein Mann auf, „Dort haben wir mal vom Fenster aus mitbekommen, wie es einen Wohnwagen auf der Kreuzung vor dem Café zerlegt hat“.
Im Schwarzwald wäre es dem holländischen Fahrzeuglenker vermutlich nicht passiert, denke ich für mich.
Das Café bietet keine Zimmer an, sage ich.
„Aber wir haben dort immer übernachtet!“, mein Mann schaut mich entrüstet an.

Vier Wochen später sitzen wir auf dem Holzdeck am Teich des Hotels und frühstücken. Es ist warm, Seerosen blühen, blauer Himmel, Enten landen auf dem Wasserbecken. Das ist Amsterdam irgendwo zwischen Altstadt und Flughafen.
Heute gehen wir ins Pollux!
Der Plan steht schon beim Frühstück. Während andere mit dem Bädecker sitzen und diskutieren, durch Apps scrollen und die Beschreibung der Amsterdam Card lesen, um möglichst viel davon zu profitieren, ist bei uns alles klar.

Wir fahren mit der Tram in die Innenstadt, laufen die Grachten entlang, stöbern durch Second-Hand Shops, essen indonesisch, schlendern weiter zum Bahnhof, fahren auf das Dach von NEMO,  genießen dort oben die Wärme, essen noch ein Sandwich und nähern uns immer mehr dem Pollux.

Mein Mann findet es auf Anhieb wieder.  Innen ist es dunkel. Die ovale Theke in der Mitte taucht aus dem Dämmerlicht auf. Die Spirituosen im schwach beleuchteten Regal sehen gut aus. Wir setzen uns an ein Tischchen in einer Fensternische, sehen uns im Spiegel gegenüber, um den ein violetter Lichtschlauch hängt. Rote und türkise Lichterketten geben dem Raum Struktur. Es gibt noch eine Mini Bühne, die rings umlaufende Bank ist mit Kelims und Schaffellen belegt. Die Polster, wenn vorhanden, sind in einem ausgebleichten rot. In diesem Raum ist die Essenz von Tangerine Dream, Pink Floyd, Jimi Hendricks….
Der freundliche Barkeeper fragt uns was wir gerne hätten.
Gin-Tonic
Mit seinem sehr holländisch gefärbten englisch stellt er mir ganz viele Fragen. Ich vermute, er zählt verschiedene Gin´s auf.
Hendrick´s, sage ich. Es ist der einzige Name, den ich mir in der Aufzählung merken kann.
Er zählt mir mindestens drei Tonic auf
Fever Tree, sage ich. Das schien mir zum verwegenen Ambiente der Bar zu passen.
With Cucumber?
Yes!
Hä?
Mein Mann fragt, wieso der Barmann so viele Fragen hatte, wir wollten doch nur einen Gin-Tonic und was ich denn jetzt bestellt hätte.
Hendricks Gin mit Fever Tree Tonic und Gurke.
Gurke?
Ja, Gurke.

Wir schauen die Wände an. Mein Mann hat ein kleines Tief. Es ist ein anderer Barkeeper, wie vor 30 Jahren, ein anderer Gin-Tonic und es gibt keine Zimmer mehr, weil diese vor längerer Zeit ausgebrannt sind.

Der Barkeeper bringt uns die Longdrinks. Sie duften frisch nach Gurke. Der Geschmack ist würzig, leicht blumig und das Auge freut sich an der Gurke.

„Hier gab es schon immer gute Drinks“, sagt mein Mann und lehnt sich nach dem ersten Schluck zufrieden zurück.

Casabela, Ferragudo, Portugal

Wir haben Lust auf einen Gin Tonic! Die Hotelbar ist klein, hat einen knuffigen Balkon, von dem man auf die Flussmündung schauen kann, auf der sich Yachten mit ihren Positionslichtern erahnen lassen und Dieselmotoren kleine Fischerboote auf die offene See hinausschieben.  Mittlerweile schon etwas verwöhnt von Hendrick´s, Bulldog, Brockmans, Whitley Neill, Iris Dry Gin,  Monkey 47… waren wir nicht so begeistert Gordon´s Gin zu sehen, bestellten aber trotzdem je einen Gin Tonic.

Ein bisschen ermattet von der Wärme und dem Abendessen blickten wir schweigend in den Nachthimmel. Leises klirren kündigte unsere Getränke an.
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Ein Tablett mit zwei Ballongläser, halb gefüllt mit Eiswürfeln, Orangenscheiben, Zitronenscheiben, Zimtstange, roten Pfefferkörnern wird zwischen uns gestellt. Gin ist hoffentlich auch drin, dachte ich. Am Tisch goss die Barkeeperin die Hälfte des Tonic Fläschchens in die Ballongläser.

Ein bisschen irritiert rührten wir mit den kurzen Strohhalmen durch die Obst-Eis-Gewürz-Mischung. Das Tonic prickelte uns an. Ein Schluck und ahhhhhhhhhhhhh!

Orangen-fruchtig, zitronig-sauer, zimtig-warm, pfeffer-würzig, wacholderig, etwas bitter, etwas süß, legt sich der Schluck Gin-Tonic in den Mund und rutscht dann erfrischend durch den Hals. Das ist mit Gordon´s? Was haben wir bestellt? Wir schauen in der Karte: Dort gibt es nur Gin Tonic, verschiedene Portweine, und ein paar Whiskeys,
Andere Länder, andere Gin Tonic Sitten! Wir sind begeistert! So schön, so farbig, so fruchtig!

Bar Saint Tropez, Panorama Hotel, Freiburg

Es ist Montag und wir sitzen in der Bar des Panorama Hotel in Freiburg. Sofort ist klar, Gin Tonic. Mein Mann nimmt den geliebten Hendrick´s und ich suche mir einen aus, den ich noch nicht kenne. „Iris“ ein Schwarzwald Gin von einer Frau gebrannt. Das sind  zwei Argumente diesen Gin zu wählen. Es gibt wenig Frauen, die sich einen Namen als Brennerin gemacht haben. Ich erinnere mich, wie ich als 8-jährige auf dem Land bei einem entfernten Onkel zuschaute, wie Schnaps gebrannt wurde. Wir fuhren von dem winzigen Weiler, irgendwo zwischen Friedrichshafen und Kressbronn gelegen, nach St. Gallen.  Das Ziel war eine Apotheke, wo der Bauer seine Kräutermischung für den Schnaps kaufte. Ein Eis und die Schifffahrt über den Bodensee machten für mich als Kind die Einkaufsfahrt perfekt.
Vom Schnaps brennen bekam ich wenig mit. Der Hofhund war vollkommen außer sich, wenn zweimal am Tag der Zollbeamte kam. Ich durfte nicht zu nahe an die Brennblase und musste aufpassen, dass die Hühner später nicht von der heißen Maische fraßen…
Zurück zu „Iris Dry Gin“. Wir überzeugten, die Barkeeperin Ballongläser für den Gin Tonic zu nehmen und schnell standen sie vor uns. Und, wie ist er?
„Sehr fein, nach Lavendel duftend, aber nicht wie ein Wäschesäckchen, und – probier einfach selbst!“ Ich schiebe meinem Mann das Glas hin.

Blog Jutta Hofmann

Die Gin Neugierde ist noch lange nicht gestillt:

Das Buch „Deutscher Gin“ herausgegeben von Michael Kern, eignet sich wunderbar eine Gin Wunschliste aufzustellen. Tee, Kerbel, Minze, Aromahopfen, Quitten – es scheint kein Kraut zu geben, welches für die Gin-Kreateure nicht zu einem besonderen Brand verarbeitet werden kann.

Gofio – Kanarisches Frühstück

Gofio“ ist der Name, den die Guanchen auf den Kanaren geröstetem und dann in kleinen Steinmühlen gemahlenem Korn gaben. Die Mischung besteht traditionell aus Gerste, Weizen und Mais.
Diese geröstete Getreidemischung war einst die eiserne Ration, die jede Familie im Haus bereithielt, um bei Belagerungen, Missernten und Hungersnöten zumindest vom Verhungern verschont zu bleiben. Heute wird sie zum Frühstück gegessen. Sie findet sich auch in Süßspeisen, Eis, Keksen oder in herzhaften Gerichten wieder.

Wir haben diese gesunde Mischung aus unserem La Gomera Urlaub als kulinarisches Souvenir mitgebracht. Sie wurde immer mehr nach hinten im Schrank geschoben – Ihr kennt das sicher – bis der Entschluss kam: Jetzt probiere ich aus, was alles im „Guanchen-Korn“ steckt ….

https://www.kanarische-lebensart.net/gofio/gofio.html
https://www.teneriffa-news.com/rezepte-kueche/gofio-kanarisches-allzweck-mehl_9605.html

Rezept Gofio Frühstück

Zutaten

4 Teelöffel Gofio
Saft einer kleinen Orange
1 Teelöffel Ahornsirup
2-4 Esslöffel Joghurt
frisches Obst, z.B. Granatapfel, Orangen, Beeren

Zubereitung

Die Orange auspressen und den Saft langsam mit einer Gabel unter das trockene Gofio rühren. Dann kommt Naturjoghurt dazu und je nach Wunsch mit Ahornsirup abschmecken. Die frischen Früchte auf den Gofio Brei geben.

Natürlich kann auch mehr Gofio verwendet werden, wenn man eine festere Konsistenz des Breis bevorzugt.

Zutaten für Gofio Frühstück
Gofio Frühstück mit Granatapfel
Blick auf Gofio Frühstück von Oben
Blog Jutta Hofmann

Gofio schmeckt auch in Milch angerührt und mit Zimt und Honig abgeschmeckt. Mit viel Milch ist es ein nahrhafter Shake oder mit wenig Milch ein Brei, der lange satt macht. Ein oder zwei Teelöffel im Kaffee verwandeln die Tasse am Morgen in ein kleines, schnelles Frühstück mit einem Hauch von Urlaub…