Aprikosentee

Ich bin keine Eistee Trinkerin, der ist mir zu süß und ich mag Pfirsiche am liebsten nicht im Eistee. Dazu kommt, dass ich selbst im Sommer Getränke mit Raumtemperatur (32°?) bevorzuge. Je süßer ein Getränk ist, je kälter sollte man es trinken – siehe Cola.

Also ich möchte ein fruchtiges Getränk haben, erfrischend, nicht zu süß und ich will in der Küche „Rest-los“ glücklich sein.

Was mache ich dann mit den zwei Aprikosen, die vergessen in der Obstschale liegen? Aprikosentee!

Nicht nur Zitronen sind fruchtig erfrischend, sondern auch Aprikosen. Probiert den Aprikosentee aus und Ihr werdet überrascht sein. Ich finde der Tee ist ein guter Begleiter zum Essen, weil er nicht so süß ist. Wie wäre es mit dem französischen Salat?

Rezept Aprikosentee

Zutaten

2 reife Aprikosen
1 Stück Vanilleschote
3 getrocknete Rosenknospen
2 TL Schwarztee
1 Liter Wasser
2 Tl brauner Zucker

Zubereitung

Die Aprikosen waschen, fein schneiden und mit Vanille in eine Teekanne geben. Den Schwarztee mit den Rosenknospen in ein Teeei geben und ebenfalls in die Kanne legen. Mit einem Liter kochendem Wasser anbrühen.

Nach 10 Minuten das Teeei entfernen. Nach weiteren 10 Minuten den Tee absieben, 2 Teelöffel brauner Zucker untermischen und abkühlen lassen.

Aprikosentee Zutaten
Aprikosentee angebrüht
Aprikosentee
Blog Jutta Hofmann

Im Eingangstext habe ich geschrieben, dass ich „Rest-los“ glücklich sein will in meiner Küche. Gestern sah ich zwei Folgen der Serie „Wastecooking“ auf arte. Ich werde in Zukunft kaum in Mülltonnen von Supermärkten wühlen, aber in meiner Küche. Zwar bin ich überzeugt, wenig wegzuschmeißen, aber da schimmelt die halbe Zitrone vor sich hin, ein vergessener Frischkäse liegt hinten im Kühlschrank, ach, und der Teelöffel Pesto ….

Wie die Dame vom Rewe Supermarkt in Salzburg in der Doku, werde ich ab heute für jedes weggeschmissene Lebensmittel 50 Cent in eine Kasse legen. Ich berichte Euch weiter über diese Challenge und wie ich versuche, den unscheinbaren Resten neuen „Glanz“ zu verleihen.

Jakobsmuscheln mit karamellisiertem Rhabarber und gerösteten Haselnüssen

Jakobsmuscheln mit Rhabarber und Haselnüssen ist eine Kreation, die vom Rezeptwettbewerb „Klug gefischt“ von EDEKA und dem Wissenschaftjahr Meere und Ozeane angestoßen wurde. Die Aufgabe: Ein Produkt aus dem Meer, dessen Herkunft vom wwf gut geheißen wird, dazu saisonale und regionale Komponenten.

Meine Familie hat das Gericht sehr gemocht: Es hat eine Süße, die Säure vom Rhabarber, Röstaromen von den Haselnüssen, leichte Bitterkeit vom Karamell und natürlich salziges vom unentbehrlichen Fleur de Sel

Jakobsmuscheln mit karamellisiertem Rhabarber und gerösteten Haselnüssen

Zutaten

 Pro Person
4 ausgelöste Jakobsmuscheln, wwf Einkaufsführer beachten!
1 Teelöffel Orangenmarmelade
Butter
Olivenöl
1 kleine Stange Rhabarber
1 ungespritzte Orange, Schale abgerieben und Saft ausgepresst
1 Esslöffel brauner Zucker
Salz, Pfeffer
Ahornsirup nach Geschmack
1 Teelöffel Haselnüsse
Fleur de Sel

Zubereitung

Haselnüsse in Scheiben schneiden und in einer trockenen Pfanne anrösten. Auf einem Teller abkühlen lassen und beiseite stellen.

Rhabarber putzen und in kleine Stücke schneiden. Zucker in einer Pfanne schmelzen lassen, den Rhabarber zugeben, darin wenden, mit frisch gepresstem Orangensaft ablöschen und knapp garen. Den Rhabarber Pfeffer und Ahornsirup abschmecken.

Die Jakobsmuscheln trocken tupfen, eventuell vorhandene Häute entfernen.
Butter und Olivenöl in einer Pfanne auf mittlere Hitze erwärmen. Die Jakobsmuscheln kurz von einer Seite anbraten. Die noch „rohe“ Seite mit Orangenmarmelade bestreichen und wenden.
Die Innen noch glasigen Jakobsmuscheln mit gerösteten Haselnüssen, Fleur de Sel und abgriebener Orangenschale bestreuen und mit dem Bratensatz beträufeln. Den karamellisierten Rhabarber dazu reichen.

Jakobsmuscheln mit karamellisiertem Rhabarber
Blog Jutta Hofmann

Gewonnen habe ich übrigens nicht, dafür hatte ich den Spaß ein neues Gericht zu kreieren.

Auf der Seite vom Wissenschaftsjahr Meere und Ozeane könnt Ihr die Gewinner Rezepte nachlesen.

Urlaubs Blues

Kennt Ihr das? Den Urlaubs Blues?

Ihr möchtet im Büro Termine absprechen und dann kommen solche Antworten per Mail zurück:

  • Bin in Kanada. Melde mich, wenn ich zurück bin.
    Von meinem iphone gesendet.
  • Redaktionsschluss ist vorverlegt, weil ich 4 Wochen nach Kroatien fahre.
  • Termine erst in 14 Tagen nach meinem Urlaub an der Amalfi Küste möglich.

Du hockst im Büro. Vor Dir der Bildschirm, links von Dir die Ablagekörbchen, im Nebenzimmer die Dose mit den Keksen von Aldi.

Daheim ist es nicht besser: Whatsapp Profilbilder aus Korsika, Südfrankreich, Urlaub an der Ostsee oder in Cornwall….

Da kommt der fiese Neid: Alle haben Urlaub, nur ich nicht!
Im Hinterkopf echot der Satz einer Kundin: „Wenn Sie es nicht organisiert bekommen frei zu haben, dann sind Sie selbst Schuld“. (Ich mache gerade die Urlaubsvertretung für die Kollegin ….)

Dann kannst Du wählen: Entweder mürrisch bleiben oder selbst aktiv werden!

Kissen und Decken

Pillow Bars – „Kissen Bars“ – gibt es in guten Hotels und daheim! Das eine oder andere ungenutzte Kissen macht das Bett bequemer: Zum Füße hochlegen, den Kopf stützen beim Lesen….

Blumen

kommen besonders da zur Geltung, wo meist keine Blumen stehen: Auf dem Nachtisch, am Waschbecken, im Flur (= heimische Empfangshalle). Das können Wiesenblumen sein oder ein Strauß von der Tankstelle, der in drei Vasen aufgeteilt wird.

Early Morning Tea

Es lohnt sich abends den Lieblingstee zuzubereiten, in eine Thermoskanne zu füllen und zusammen mit einer Tasse ans Bett stellen. Morgens nach dem Aufwachen hat man den Luxus bequem eine Tasse Tee im Bett zu genießen und die Blumen auf dem Nachtisch zu betrachten.

Kleidung

Vor dem Kleiderschrank die Überlegung: Was würde ich anziehen, wenn ich jetzt weg im Urlaub wäre? Also die luftige Bluse, die Ohrringe, die etwas mehr Bling haben und die Sandalen (Falls es kalt ist, retten eben die Ohrringe die Situation).

Einkaufen

Es bereitet wenig Aufwand einen anderen Supermarkt, Bäcker oder Metzger wie gewöhnlich besuchen. Die Waren sind anders angeordnet, anders gewürzt oder geformt und schon sind andere Lebensmittel wie sonst im Einkaufskorb. Noch schöner ist es, den Markt im Nachbarort zu besuchen.

Zeitschriften

Bahnhofsbuchhandlungen bieten eine Fülle von Zeitschriften, die wiederum eine Fülle von Inspiration bereit halten: FOGS, die Dame, Salon …
Zeitschriften bieten einen „Instant-Abstand“ vom Alltag und können nachhaltig beeinflussen. Einfach mal ein anderes Heft kaufen!

Platzwechsel

Es tut gut vom gewöhnlichen Pfad abzuweichen: Die neue Zeitschrift im örtlichen Park lesen, an einem Springbrunnen sitzen, in einem Café sitzen, das man sonst nie besucht, oder einen anderen Weg wie gewöhnlich ins Büro wählen.

Den Essplatz wechseln

Zum Beispiel: Das Frühstück auf ein Tablett stellen und auf dem Balkon, im Bett oder im Wohnzimmer an der Sonne frühstücken. Die Mittagspause nicht im Büro, sondern auf einer Bank in der Nähe zubringen. Das Abendessen draußen genießen auf einer Picknickdecke oder wenn es regnet, die Decke auf dem Wohnzimmer Teppich ausbreiten….

Nachrichten

Das ist nun die schwierigste Übung: Auf Nachrichten verzichten! Keine Fernsehnachrichten, keine Push-Nachrichten auf das Smartphone, keine Zeitung lesen, nicht auf die Startseite vom Mail Provider schauen, keine Radio-Nachrichten hören und auch nicht vor dem Schaufenster der Lokalzeitung stehen bleiben!

Blog Jutta Hofmann

Macht Euch keinen Stress, den haben die anderen vielleicht im Urlaub: Tagesausflug schon ausgebucht, keine Brötchen mehr am Buffet, weil zu lange geschlafen, Kamera vergessen….

Probiert aus, was Euch gefällt, was Euren Urlaubs Blues vertreibt …
Macht es auch, wenn die anderen schon längst aus dem Urlaub zurück sind.

Kunstkochen

Kunstkochen! Kaum von diesem Wettbewerb gelesen, war mir klar, dass ich mitmachen möchte. Wie wird ein Gemälde zu einem Rezept? Welches Gemälde wähle ich aus?

Das abstrakte Bild mit den Schichten „Blick in das Fruchtland“ von Klee, lässt mich sofort an ein Foto aus dem Buch „Desserts. Meine Leidenschaft“ Michel Roux, Christian Verlag, 1995, denken. Es zeigt ein Glas, in das viele Lagen Mousse eingeschichtet sind: Minze, Himbeere, Birne, Schoko, Karamell…. Das Bild ließ sich nicht durch ein anderes Vertreiben…

Das Arafat Bild weckt in mir eher langweilige Assoziationen: Etwas cremiges mit Zimt, Nüssen, Karamell oder Honig. Oder eine Suppe: Petersilienwurzel, Topinambur, Parmesan, Prosecco mit Pfeffer, Quatres Épices, Nüsse oder natürlich Kaviar – alles sehr lecker, aber nicht so aufregend. Andere können das Bild superschön umsetzen: Desiree mit ihren Macarons oder Tamara mit ihrer Mango-Kokoscreme Tarte …

Das Gemälde „Frühstück“ von Dennis, lässt mich an Rote Grütze denken. In meiner Kindheit gab es die bei den Nachbarn, wenn es heiß war und in meiner Hotelküchenzeit war es das Standard Dessert für das Versicherungsvertreter-Menü. Nein, keine Rote Grütze. Die Aprikosentarte, die Kristina aus Karlsruhe, zu diesem Bild schuf, gefällt mir ausgezeichnet. Sie klebt nicht an den roten Strukturen des Bildes, sondern ihr Motiv hat diese luftige Leichtigkeit der Vorlage. Und wer würde schon zu einer Aprikosentarte zum Frühstück nein sagen?

Die Dame mit dem Hündchen „Bildnis einer Dame“ von Bronzino, hätte ich gerne kulinarisch umgesetzt. Hund? Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Da liegt der Hund begraben! Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür!
Nein, nichts mit Hund.

Was würde sich die Dame von ihrem Diener bringen lassen? Ein Schälchen Wasser für den Hund?  War sie ungeduldig, weil die Familie schon beim Tee saß? Oder war sie froh Modell zu sitzen, weil die Jagdgesellschaft ihres Mannes tafelte und sie den Hautgout des Wildes nicht schätzte? Ich glaube, sie liebt Konfekt. Ich glaube, sie braucht etwas Aufmunterung. Vielleicht serviert einer der Kunstköche ihr etwas Süßes.

Das gepünktelte Bild „Nachmittag im Garten“ von Cross, spricht mich weniger an. Es ist mir zu pünktelig. Wie würde eine Mahlzeit aussehen in diesem Stil? Welcher Teller ist aus der Nähe unkenntlich und offenbart sich erst, wenn man von ihm weg tritt? Beim Essen ist es eher anders: Aus der Ferne sind die einzelnen Bestandteile unkenntlich und aus der Nähe offenbaren sich die Köstlichkeiten.

Die „Krocketpartie“ von Manet ist so eine Art gemalter Fitnessteller. Die Damen und der Herr in den hellen Kleidern im Grünen, wirken etwas deplatziert in ihrer Umgebung. Marshmallows auf grünem Salat oder Oeufs à la neige auf Spinat hätten auch so etwas deplatziertes.

Die „Komposition“ von Freundlich gibt da mehr her. Etwas zentrales gelbes umgeben von allerlei buntem. Die Sunshine-Mango-Coco Raw-Cake sagt mir da besonders zu, denn sie nimmt die Dynamik des Bildes auf…. und verzettelt sich nicht mit buntem Gewürfel. Wie schafft es die Bäckerin, die Essenz des Bildes zu erfassen und sie dann in eine Torte umzufüllen? (Nach meiner Ansicht ist die Dynamik die Essenz dieses Bildes). Habt Ihr schon mal von einer dynamischen Torte gehört? Wohl nicht, irgendwie alles ein bisschen verdreht (Dynamik!) in meinem Kopf …

Wieso habe ich mich für das Stilleben mit blauer Vase und Pilzen von Scholderer entschieden? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht genau.

Das Bild ist sehr reduziert in den Farben und Formen. Es ist ruhig, weil dunkle Farben vorherrschen und es hat etwas edles – der leichte Goldton der Pilze und die Spiegelung im Vordergrund.

Blog Jutta Hofmann

#kunstkochen von Alnatura und dem Städelmuseum in Frankfurt ist ein besonderer Wettbewerb. 12 ausgewählte Kunstwerke dienen als Vorlage für ein Gericht. Seid Ihr dabei? Die Aktion läuft noch bis 17. Juni 2017.

Was aus den Zutaten geworden ist, welche auf dem großen Bild sind, seht Ihr auf www.kunstkochen.de, wenn Ihr das „Stillleben mit blauer Vase und Pilzen“ aufruft: Votet für Jutta aus Schopfheim! Danke!!!!