Saudi food with Eman

„Saudi food with Eman“ – Klassische saudische Küche mit Eman habe ich beim Schmökern auf Instagram – #saudifoodwitheman – entdeckt. Begeisternd in sehr verständlichem Englisch teilt sie auf Instagram kurze Filmsequenzen mit Straßenszenen, Restaurants, Einkaufszentren in Riyadh oder in anderen Städten und natürlich ihre Küche mit uns. Es ist kein Auslandsjournal, sondern Emans Inlandsjournal.

Eman sagt über sich selbst:  I am a Saudi female lady amateur chef that cooks authentic quick Middle Eastern dishes. The authentic Arabic Food with Arabic ingredients in our everyday lives. Some of our dishes are fused with other Arab & Non-Arab countries.

Ihre Gewürzmischung verwende ich sehr gerne für Gerichte mit Lamm, Reh oder Damwild. Das Rezept stammt von ihrem youtube channel

SAUDI SPICES RECIPE:

Ingredients:
2 TBSP CORRIANDER SEEDS
1 TBSP CINNAMON STICKS
1 TBSP CUMIN SEEDS
1 TSP CLOVES
1 TSP TURMERIC POWDER
1 TBSP CARDAMON PODS
1 DRIED LEMON

Recipe:
1) Put a pan on medium high heat, and roast for 10 to 15 min till the spices get light brown and you start smelling the aroma.
2) Let it cool down and blend it in a coffee blender till all smootj.
3) Strain the spices and add it in a glass jar for future use.

Schnell mal backen

Ich muss es sofort ausprobieren, das Rezept! Nur im Augenwinkel habe ich es beim flotten Durchblättern der Zeitschrift gesehen, aber ich weiß sofort: Diesen Kuchen will ich heute zum Kaffee haben. Schnell mal backen…

Schokoladen Napfkuchen mit Kaki Fruchtmus. Seit einer Woche liegen zwei Kaki Früchte in meiner Obstschale. Die Kaki Früchte habe ich gekauft,
weil sie so schön orange sind,
weil ich mich überzeugen wollte, ob sie wirklich nicht schmecken,
weil ich plötzlich ganz viele Bilder mit Kakis in meinem Instagram Account hatte.

Kommt es mir mehr auf das Rezepte ausprobieren oder das Essen an? Ich weiß es nicht. Alles was dazu beiträgt, dass sich meine Tafel von anderen Tafeln abhebt, ist mir willkommen. Bloß nicht das essen was alle essen: Keine Backmischung, kein Fertiggericht. Mich treibt die Neugierde und der Drang anders sein zu wollen an.

Manchmal laufe ich an den Regalen mit Fertiggerichten entlang und lasse mich inspirieren. Das ist so ein bisschen, wie wenn man über einen Friedhof geht, um originelle Namen zu lesen.
Ich nutze die Regale als begehbare Speisekarte, wenn ich im Laden nicht weiß, was ich für die nächsten Mahlzeiten einkaufen soll. Die bunten Bilder auf den Verpackungen zeigen den Inhalt von seiner allerbesten Seite – so wie ich ihn selbst nie auf dem eigenen Teller sehen würde und haben wollte.

Vier Stunden später bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Der Kuchen steht auf dem Tisch, jeder hat schon einen Bissen genommen und nickt zustimmend. Ob ich ihn wieder backe?

Wohl kaum, denn ich habe mir heute ein Backbuch gekauft und will als erstes das Quinoa Krokant ausprobieren. Quinoa hatte ich gestern aus dem Korb mit den ausgemusterten Produkten an der Kasse vom Supermarkt gefischt. Ich wollte ausprobieren, ob das Getreide auch schmecken kann…..

Da fällt mir ein, dass es am Oliven Stand auf dem Wochenmarkt auch getrocknete Ananas gibt. War da nicht ein Rezept mit Ananas und Kokosnuss in meinem neuen Buch … ?

Quinoa Krokant und Ananas-Kokos Kugeln stammen aus „Süß und Gesund Weihnachten“ von Stefanie Reeb, erschienen bei Knaur-Balance. Aktuelles von ihr gibt es auf ihrer Internet Präsenz „Wellcuisine“.

Schnell mal Backen mit dem Buch "Süss und Gesund"

Chef Jacques la Merde

Chef Jacques la Merde: So kann sich nur ein Koch nennen. Er ist einer meiner Instagram Lieblinge. Seine wunderschönen Teller faszinieren mich. Mit Teller meine ich nicht den Teller an sich, sondern das was auf dem Teller ist. Jacques la Merde ist ein Meister des Anrichtens, des „platings“. Seine englischen Kommentare sind eine Herausforderung für jeden, der in der Schule englisch hatte. Beim Lesen dämmerte mir, dass das kein normaler Koch sein kann. Wer richtet Velveta, Reste von Würstchen, Nacho Krümel, Ketchup und ein bisschen Kresse so an, dass es aussieht als wäre es eine Vorspeise zu 36,00 Euro? Das fragten sich viele, unter anderem die französische Vogue, die ein Interview mit Jacques führte, ohne dessen Identität zu lüften.

Es wurde gemunkelt, dass es ein Sternekoch ist, ein Ex-Sternekoch, ein Koch, der sich über seine Zunft lustig macht, ein Gastro-Kritiker, ein frustierter Gastro Kritiker… bis irgendwann das Geheimnis gelüftet wurde, das ich hier nicht Preis gebe…

So soigné: Die Internetseite von
Chef Jacques la Merde
oder Instagram #chefjacqueslamerde

Durch Basel sitzen

Neulich in Basel wartete ich auf einer Bank, bis ein Geschäft öffnete. Ich hatte Zeit die kleine Grünanlage aufmerksam zu betrachten: Rasen, Bäume, Bänke, Menschen, Licht, Schatten. Da kam mir die Idee, alle Grünanlagen auf dem Weg von Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof abzusitzen.

Elisabethen-Anlage

Eine sorgfältig angelegte geschwungene Rasenflächen mit großen Bäumen; Die Bänke bestehen aus aneinandergereihten Sitzen. Sie schmiegen sich an das leicht hügelige Gelände. Schüler durchqueren die Grünanlage, Menschen warten aufeinander, verbringen die Mittagspause auf den Bänken. Keiner sitzt im Gras. Weil es gerade berieselt wird oder fürchten sich die Menschen, die in den Banken arbeiten vor Grasflecken auf der Kleidung?

Theater Platz

Auf den Stufen sitzen junge Leute, nicht viele. Mir fällt auf, dass es um den Tinguely Brunnen kaum Bänke gibt. War das so vom Künstler gewollt, oder hatte er keinen Einfluss darauf? In der kleinen Grünanlage, etwas tiefer gelegen als der Brunnen, sind alle Bänke belegt. Ich finde keinen freien Platz und möchte nicht ins Unterholz kriechen. Die Bäume sind niedrig und dicht, so hat das Plätzlein etwas von einem Wald, in dem man im Herbst Pfifferlinge finden könnte.

Botanischer Garten der Uni Baselagave

Das ist mein Lieblingsplatz. Das Tropenhaus ist im Winter perfekt, um sich aufzuwärmen.
Abgesehen davon liebe ich es durchzustreifen, denn ich entdecke immer wieder neue Pflanzen, die aber schon immer an ihrem Platz standen. Jetzt im Sommer war ich alleine im Haus. Wer geht schon von der Hitze außen in die schwüle Hitze innen? Ich. Später suche ich mir draußen eine Bank. Es gibt die richtige Mischung aus Licht, Schatten, Bäumen, Sträuchern, Blumen alles wohlgeordnet, aber doch mit einem Hauch von Unordnung. Die Menschen hier machen ihre Pause, ich habe den Eindruck, dass sie sich intensiv unterhalten oder innehalten.

Petersplatz

Der Platz ist dunkel, sehr große Bäume lassen den gesamten Boden im Schatten sein. Wege durchkreuzen den Platz, auf dem Rasen sitzen ist verboten, auf den Bänken sind sehr wenige Menschen. Es ist heiß, aber trotzdem scheint der kühle, tiefe Schatten keine Anziehungskraft zu haben. Der Platz ist schwer. Er hat nicht von der Leichtigkeit und Vielfalt des botanischen Gartens. Er ist kein Hortus für Blumen und Geist. Er ist streng. Was war früher auf dem Petersplatz? Ein Gerichtsplatz? Ich werde mal nachschauen.

Claraplatz

Ist in Kleinbasel. Er hat sehr schöne Beton-gefasste Blumenbeete, viele Bänke um die Beete, von denen sich der sehr belebte Platz beobachten lässt. Ich möchte mich nicht setzen. Ich bin entsetzt über die Menschen hier. Sie sind arm, missgestaltet, Alkoholiker, krank, ausgesetzt, oder sie haben sich selbst durch alle Maschen fallen lassen. Sie sind alleine, in der Gruppe oder zu zweit. Sie sind heruntergekommen oder heruntergefallen. Hier kommen sie ans Licht. Gemeinsam. Es sieht aus, als hätte sie ein mächtiger Besen, von Großbasel kommend über den Rhein gefegt, dort wären sie durcheinander gewirbelt worden, um schließlich auf den Claraplatz zu fallen.

Claramatten

casabela-sonnenroeschen

Der Platz ist groß, mit freundlichem Schatten, ohne Rasen, dafür mit einem großen Wasserbecken für die Kinder. Es gibt einen Kiosk, einen Spieleverleih, Bänke mitten im Getümmel oder Bänke auf der Seite. Ich setze mich auf die Seite. Auf den Bänken abseits sitzen hauptsächlich Männer mit südländischem Aussehen. Sie reden miteinander oder lassen stumm Gebetsperlen durch die Finger gleiten. Beim Wasserbecken sind Kinder alleine oder mit ihren Müttern. Nicht weit entfernt an den Bänken mit Tischen machen kleine Gesellschaften Picknick, es sind keine ursprünglichen Basler, sie sind bunt, lebendig, sie haben nicht das Geld, um in der Gegend mit den wohlgeordneten Sitzen in der Grünanlage zu wohnen, sie haben vermutlich weder Garten noch Balkon.

Am anderen Tag erzählte ich es einer Freundin. Sie fragte mich: Und was macht das für einen Sinn?
Eine Stadt besteht nicht nur aus Geschäften, Sehenswürdigkeiten und Museen. Sie besteht auch aus Plätzen und den Menschen auf diesen Plätzen. Wer sitzt wo warum?