Rubinette

Auf dem Tischchen vor Elsa liegt ein Apfel. Ihre Augen tasten die Form ab und geben sie an ihre Hände weiter, die mit Schwung den Umriss des Apfels auf das Papier zeichnen. Er verjüngt sich von oben nach unten, ist zur rechten Seite mehr gewölbt als zur linken.
Der Stil lugt verloren aus der kleinen Vertiefung. Elsa ist mit der Kontur zufrieden.

Ihre Augen wechseln zwischen dem Apfel und den Pastellkreiden. Welcher Grundton hat der Apfel ? Rechts ist er mehr grün. Genauer betrachtet ist das Grün mit gelben und roten Farbtönen leicht durchmischt. Links ist er mehr rot.

Rubiinette überwiegend grün

Am Stil überwiegt der olivfarbene Ton, der strichig in verschiedene rote Farbtöne übergeht. In Elsas Farbkasten gibt es: orange, cadmiumrot, karmesin, magenta, oder siena gebrannt.

Elsa schraffiert die rechte Seite in Grün, die linke in Rot. Je mehr Rottöne sie in kurzen Strichen aufträgt, desto mehr wird die Farbfläche zum Apfel, nur der Übergang von der rechten zur linken Seite will nicht gelingen. Elsa tritt zurück und lässt ihren Blick nochmals über den Apfel gleiten.

Rubinette stehend im Vordergrund mit roter und grüner Schale

Sie nimmt den Apfel in die Hand und schließt die Augen. Die Oberfläche ist rau und zart zugleich, ein bisschen wie beflocktes Papier, die Punkte sind erhaben, der Stil kantig, aber trotzdem elastisch. Ihr Daumen spielt mit dem Anhängsel.

Ein fruchtiger Duft steigt ihr in die Nase. Zitronig, rosig, etwas nach schwarzem Tee. Diese Vielfalt an Eindrücken umgibt den Apfel in ihrer Hand. Die Kühle ist aus ihm gewichen. Ihre Lippen berühren die Haut des Apfels, als sie entschlossen abbeißt. Das Kauen verursacht ein lautes Geräusch in ihrem Kopf.

Das Fruchtfleisch kühlt ihre Zähne. Sie zerkauen es, der Mund füllt sich mit Saft, der ein prickelndes Gefühl hervorruft. Nach dem Schlucken ist der Mund erfrischt. Elsa betrachtet den Apfel wieder. Das Fruchtfleisch besteht aus irisierenden Kristallen, auf denen der Saft in Perlen steht.

Es ist durchzogen von grünlichen Adern, die sich wie kleine Täler, in Richtung Kernhaus verlaufen. Der nächste Biss legt das Kernhaus frei. Die Kerne haben einen milden Marzipan Geschmack, ihre Hüllen verfangen sich zwischen ihren Zähnen.

Elsa legt den Apfel zurück auf den Tisch. Die schwierige Farbpartie ist nun verschwunden, sie kann weitermalen.

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