Fisch in Hamburg

Matjes

Die Bahnfahrt nach Hamburg dauert über sieben Stunden, bei Sturmschäden über Nebenstrecken noch länger. Das bedeutet, dass es mindestens sieben Stunden bis zum ersten Matjesbrötchen geht! So rennen wir dann mit Koffer und Reisetasche über den Bahnsteig – nicht weil wir einen Anschluss kriegen müssen, sondern weil wir ein Matjesbrötchen essen wollen. Es geht flugs die Treppen hoch und wir stranden an der Matjesbude von Daniel Wischer auf dem Südsteg am Hauptbahnhof Hamburg. Wir sind gleich dran, bestellen, das Wasser läuft uns im Munde zusammen und 30 Sekunden später genießen wir zwischen Gepäck,  Abfalleimer, eiligen Reisenden, leuchtenden Smartphones, und Reklametafeln …. unser erstes Matjesbrötchen. Auf dem schmackhaften Brötchen liegt ein dickes Filet mit Zwiebelringen (ich: muss das sein; Mein Mann (MM): Ich will noch deine Zwiebelringe!) – der Urlaub beginnt!

Fisch vom Grill

Das Schanzen Viertel besuchten wir zum ersten Mal. Es ist groß genug, um sich ein bisschen Hunger anzulaufen und es gibt genügend Restaurants mit verführerischen Speisekarten.  Wir blieben beim  „La Sepia“ am Schulterblatt hängen. Schulterblatt ist der Straßenname – klingt bisschen bescheuert…
Es war warm, wir saßen draußen und bestellten Wein: ich grün, MM weiß. Es kamen zwei eisgekühlte Literflaschen mit Korkverschluss. Will der Kellner wirklich, dass ich die ganze Flasche trinke?

Wir teilten uns einen Vorspeisen Teller und nahmen anschließend den gemischten Grill-Teller mit Pulpo, Garnele, Jakobsmuschel und Seeteufel. Dazu gab es Kartoffeln und rustikal geschnittenes Gemüse. So wie in Portugal: Kein Gedöns auf dem Teller, sondern gute Qualität, die unverfälscht zubereitet wird. Lecker, nein sehr lecker …

Innen im Restaurant gibt es eine Theke, in der der Fisch auf Eis liegt. Dort könnt Ihr schauen, wie die Ware roh aussieht. Sieht sie roh nicht gut aus, dann wird sie durch kochen oder grillen nicht besser. Je einfacher die Zubereitung, desto weniger lässt sich schlechte Qualität verbergen. Also wählt lieber einfach zubereitete Gerichte! Das gilt natürlich für alle Restaurants…

Ach, und der Wein: Ihr bezahlt soviel wir Ihr trinkt …

Curry

Der Chili Club blieb mir in Erinnerung von einem Hamburg Besuch, der nun schon über 9 Jahre zurückliegt. Damals war es das Gebäude am Rand der HafenCity, danach kamen nur noch Rohbauten und Baugruben. (Die sind mittlerweile erwachsen geworden und die Baugrubengrenze verläuft nun beim Strandkai.)

Damals standen Fläschchen mit Tropfpipette zum Nachwürzen auf den Tischen des Chili Clubs mit der Aufschrift: kiss your ass good by! Es gab diese tollen asiatischen Nudelsuppen in allen Variationen, heute gibt liegt der Schwerpunkt der Speisekarte auf Sushi und Curries.

Wir haben uns für das Neu Dehli Curry entschieden: verschiedener Fisch, Pak Choi – was kann da schon schiefgehen? Nichts -sogar dem „ich-mag-Kokos-nur-süß-Mann“ hat es geschmeckt.

Austern

Kein Urlaub ohne Austern!

Unsere ersten Austern hatten wir auf dem Nachtmarkt auf dem Spielbudenplatz auf St. Pauli. Dieser Markt findet jeden Mittwoch Abend statt und ist eine Mischung aus Wochenmarkt, After-Work und Food Trucks. Wir sind bei Fischfeinkost Baier gelandet. Schöne Ware, meist aus nachhaltigem Fischfang, vom Kutter, viel aus Dänemark. Am liebsten hätte ich von der Frischware gekauft, aber was soll ich damit im Hotel? Ceviche zubereiten? Und vorher noch Teller und Messer kaufen? Wir bestellten Austern. In der Wartezeit bis der Chef-Austern-Öffner kam, haben wir an einem anderen Stand einen Weiswein geholt. So weit, sehr gut.
Austern sind für mich eine Delikatesse, die dennoch in einem rustikalen Ambiente oft am besten schmecken: in der Ecke von einem Messestand, am langen Holztisch, mit anderen Gästen, die Pommes Schranke aufpieksen oder direkt im Laden oder am Marktstand. Gerne auch schon vormittags….

Die zweiten Austern gab es dann im klassisch hanseatischen Ambiente: Hummerstand im Hanseviertel. Links und rechts von Hanseaten in Bootsschuhen, Blazern mit Goldknöpfen und Rolex Uhrn am Handgelenk umgeben – tja, wie im Film eben. Die Austern sind sehr frisch, wohlschmeckend, das Baguette handwerklich hergestellt. So muss es sein.

Oder es kann auch ohne Baguette sein: Austern (Irische Donegal) mit Schwarzbrot und Cheddar. Wir vertrauten Cölln´s Austernhandlung und wurden nicht enttäuscht. Wer seid 1833 als Imbiss einen guten Namen hat, dem kann man vertrauen.

Noch mehr über Fisch, Meeresfrüchte und Reisen findet Ihr im Artikel „Muschel-Liebe“.

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