Lieblingsseiten II – ein Jahresrückblick

Jahresrückblick! Was schon Weihnachten? Nein, mein zweites Blog-Jahr ist vorbei – ich bin ein bisschen stolz auf mich. Gehöre ich doch eher zu der Sorte: Schnell mit Begeisterung viel beginnen und dann schnell mal nachlassen…

Mein Blog hat Ausläufer in die Wirklichkeit bekommen. Ausläufer? Ja, damit meine ich Kochkurse, Interviews, Schaukochen, Lebensmittel testen, ….

Bei allen Aktionen rückte das Thema Klima in den Vordergrund und es wird in meinem dritten Blog-Jahr im Vordergrund bleiben. In zahlreichen Gesprächen habe ich festgestellt, dass der Zusammenhang zwischen Ernährung und Klima für viele Menschen schwer zu erfassen ist.

Es geht um keine neue Diät,  sondern es geht um einen größeren Zusammenhang, der nicht auf den ersten Blick klar ist. Unser Teller steht selten in Sichtweite zu dem Ort, wo das Lebensmittel entsteht oder verarbeitet wird.
Lebensmittel sind abstrakt geworden, obwohl sie konkret auf dem Teller liegen. Obst wird gefällig geschnitten und abgepackt im Laden angeboten. Fleisch ist portioniert und gewürzt – die ursprüngliche Form und Struktur lässt sich nur noch erahnen. Was man früher zusammen gegessen hat, gibt es nun oft in einem Produkt: Strawberry Cheesecake Tee.
Nahrungsmittel, die aktuell als sehr gesund betrachtet werden, gibt es getrocknet als Pulver oder gar in Kapseln abgepackt, damit man möglichst viel „störungsfrei“ zu sich nehmen kann. Wie will man da noch den Überblick bewahren?

In diesem Kontext habe ich viel Freude mit dem „Klimafreundlichen Imbiss“ während des Repair Cafés in Schopfheim. Der Bürgerverein für eine klimafreundliche Stadt organisiert vier Mal im Jahr das Zusammentreffen von engagierten Reparateuren und Bürgern, denen etwas Wert geschätztes kaputt ging. Die Wartezeit können sich die Besucher (und die Reparateure) mit einem Imbiss verkürzen. Das ist eine gute Gelegenheit, über den Zusammenhang zwischen Essen und Klima zu sprechen. Regionale Zutaten, mit Bedacht ausgewählte Zutaten von weiter weg, kurze Garzeiten und die Vermeidung von Resten sind Schritte auf dem Weg zur klimafreundlichen Ernährung.

Mein Favorit ist der Karotten-Aufstrich. Es ist fast ein Wunder, wenn aus Karotten, die krumm, runzlig, fleckig und außen matt sind, ein leuchtend orange , farbiger, zarter Aufstrich wird, der sehr karottig schmeckt ohne die Anmutung von Baby-Nahrung zu haben.

Auf den Lieblingsseiten fehlen „Schreiben“ und „Reisen“. In diesen beiden Kolumnen kam nicht viel dazu. Ich war einfach zu beschäftigt oder wenn ich unterwegs war, dann war es ganz privat und ohne Kamera…

So sind die Lieblingsseiten kürzer geworden als im ersten Blog-Jahr, aber nicht weniger Liebling…

Kochen und Essen

Gugelhupf mit Birnen

Frühstück und Süßes

Ja, das habe ich gerne….. Und war erstaunt, dass ich im vergangenen Jahr so wenig zu diesem Thema geschrieben habe. Das kommt vielleicht daher, dass ich mit meinem Pancake Rezept so zufrieden bin, ebenso mit den Waffeln. Hin und wieder probiere ich Abwandlungen. Besonders mag ich fein  geschnittene oder geriebene rohe Früchte im Teig. Allerdings darf nicht zuviel in den Teig kommen, weil er sonst die Bindung verliert.

Desserts mag ich am Liebsten, wenn sie nicht zu süß sind. Eine besondere Herausforderung für mich sind Cremes, die ohne Ei und Bindemittel hergestellt werden und dennoch cremig sind. So wie es der Name verlangt (und ich natürlich).

Gugelhupf mit Birnen
Melone mit Eierlikör Creme

Wurzelbrot aufgebrochen

Backen

Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendwann ein Brot aus meinem normalen Backofen hole, das eine so splittrige Kruste hat, wie ein Brot vom Bäcker oder dass ich eine selbstgemachte Brioche auf dem Tisch habe, die so flaumig ist wie vom Konditor. Vor allem konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich auf Instagram in Echtzeit darüber berichte … Ich mag Social Media, aber wenn es darauf ankommt, dann hat das Echte immer den Vorzug. Das Synchronbacken mit „from snuggs kitchen“ und „kochtopf me“ begeistert mich jedes mal, denn es ist eine fantastische Gelegenheit tolle Blogger kennen zu lernen.

Brioche
Wurzelbrot

fertige Gemüse Haferflocken Küchlein

Kleine Teller

Kleine Teller, small plates, das ist ein Konzept, das ich in Restaurants liebe. Es gibt keine Tellergerichte, sondern als Gast suche ich mir auf der Karte einzelne Gerichte, die sich zu einer kompletten Mahlzeit nach meinem Gusto ergänzen. Die Einordnung in Vorspeise, Zwischengericht, Hauptgericht, Mittagessen, Abendessen macht mir immer Schwierigkeiten. Ein Gericht im Menü kann eine Vorspeise sein, es kann genauso gut als leichtes Abendessen passen oder als Beitrag für eine Afterwork Party im Büro. Also was ist das Gericht nun? Seufz, ein Happen auf die Hand, Vesper, Brunch, …

Gemüse Haferflocken Küchlein
Karottenaufstrich
Blumenkohl  Auster  Buchweizen

Marmelade

Marmelade

Marmelade (siehe Anmerkungen im Kasten) kochen ist eine der Tätigkeiten im Haushalt, an die ich mich sehr gut erinnern kann. Als kleines Kind saß ich mit meiner Oma am Küchentisch und half Früchte vorzubereiten: Kirschen entsteinen, selbst gesammelte Himbeeren sortieren (Würmer!!!!) oder Johannisbeeren abzupfen.

Bis zum Herbst sammelte sich in unserem Keller: Erdbeermarmelade, Himbeermarmelade, Sauerkirsch, Heidelbeer, Brombeer, Dreifrucht, Dreifrucht, Dreifrucht, Dreifrucht, Zwetschge, Zwetschge, Zwetschge.

Wenn es gut lief, leuchteten dazwischen Aprikosenmarmelade und Quittengelee auf dem Regal.

Meine erste außerordentliche Marmeladenerfahrung hatte ich in der DDR. Bananenmarmelade!!!! Wir besuchten Verwandte, die voller Stolz Bananenmarmelade zum Frühstück servierten. Sie hatten Gladiolen gegen Bananen getauscht!
Wieder im Westen wollte ich die Marmelade unbedingt nachkochen. Es war wirklich ganz einfach: Bananenstücke, Zucker und Zitronensaft aufkochen, dann köcheln lassen. Ich war ganz lässig dabei (Teenager) bis es in der Küche komisch roch. Angebrannt!

Schnell schüttete ich die Masse in einen neuen Topf um. Keine sollte meine Marmeladenpanne mitbekommen. Klar, dass Oma und Mama schnell in der Küche waren, als der brenzlige Geruch durch das Haus zog.

„Rühren, Du musst immer rühren, und zwar am Topfboden!“
„Ich habe gerührt!“
„Aber nicht die ganze Zeit, du darfst den Topf nie aus den Augen lassen!“
„Hab ich nicht….“.
Oder vielleicht doch?

Der Topf blieb bis zum anderen Morgen mit Wasser gefüllt und tatsächlich konnte ich die erste schwarze Schicht lösen. Es gab noch viele Schichten darunter, die sich lösten bis auf die letzten zwei. Die blieben! Hätten wir den Topf nicht weggeschmissen, dann würde er mich seit 35 Jahren daran erinnern: Rühren, immer am Topfboden rühren!

Viel später kochte ich zum Geburtstag eines Weltenbummlers Kokosmarmelade aus Kokosflocken. Ein Glas behielt ich für mich. Es war nicht wirklich Marmelade, wenn ich an die Konsistenz denke: Sie war struppig -irgendwie wie Holzwolle auf dem Brot, aber sie hinterließ Eindruck!

Jetzt koche ich am liebsten Marmelade, wenn ich Früchte habe, die vollkommen reif und saftig sind. Meist verwende ich 1:1 Gelierzucker im Verhältnis 1 Teil Frucht und ¾ Teile Gelierzucker. Falls ich rechtzeitig daran denke, mische ich am Vortrag Zucker und Früchte und stelle die Mischung über Nacht in den Kühlschrank. Nach der deutschen Konfitürenverordnung ist es denn auch keine Marmelade, sondern ein Fruchtaufstrich.

Und was ist aus den Experimenten geworden? Die gibt es immer noch: Vanille, Minze, Sternanis, Safran oder Orangeat und Zitronat finden sich in der Marmelade, äh, im Fruchtaufstrich.

Meine letzte Kreation war: Gelber Pfirsich mit Safran!

Blog Jutta Hofmann

Was ist der Unterschied zwischen Marmelade, Konfitüre, Fruchtaufstrich und Mus? Eine Zusammenfassung/Kurzfassung der deutschen Konfitürenverordnung:

Marmelade: Brotaufstriche, die aus Zitrusfrüchten hergestellt sind – der Begriff Marmelade darf weiterhin auf örtlichen Märkten, auf denen an Endverbraucher verkauft wird, verwendet werden. (Ich verwende den Ausdruck traditionell)
Konfitüre: hat einen Zuckergehalt von mindestens 60% und einen Fruchtgehalt von mindestes 350g Frucht auf 1000g Zucker.
Fruchtaufstrich: Brotaufstrich aus Zucker und eingekochten Früchten, der nicht in die anderen Kategorien passt – vielleicht weil er weniger Zucker enthält.

Am 15. September 2018 gibt es auf der Baden-Messe in Freiburg den 2. Marmeladen-Wettbewerb. Schnappt Euer bestes Glas und bringt es mit zum Wettbewerb.

Wastecooking oder „was kann daraus noch werden“ V

Wie verträgt sich klimafreundlich kochen mit Reis, Bananen, Ingwer oder Kaffee? Ganz gut, wenn man beim Einkauf aufmerksam ist und alles bis zum letzen Rest zubereitet. Bananen, Reis und Ingwer haben einen recht geringen Wert. Sie werden mit dem Schiff transportiert, was den CO₂ Anteil für den Transport sehr gering hält.
Reis,  der in Italien, Frankreich oder in Spanien angebaut wird, hat noch niedrigere  Werte. Es lohnt sich nach Vialone Reis für Risotto oder nach schwarzem Reis aus Spanien oder Italien oder nach rotem Reis aus der Camargue/Frankreich im Laden Ausschau zu halten.

Für eine kräftige Tasse Kaffee verwendet man ca. 10 – 12 g Kaffeepulver. Das heißt pro Tasse – ohne das heiße Wasser zu berücksichtigen, sind es ca. 108 g CO₂. Dann sieht es nicht mehr so „schlimm“ aus.
Dennoch macht Euch mal Gedanken, wie viele Menschen daran arbeiten, bis der Kaffee bei Euch in der Tasse duftet.
Die Kaffeesträucher werden angebaut, gepflegt, die Kirschen von Hand gepflückt, dann braucht es viele Arbeitsschritte bis der Kaffee in Säcken auf ein Containerschiff verladen wird. In Europa angelandet wird der Kaffee geröstet, verpackt, kommt in ein Café, in dem eine Kaffeemaschine steht, die soviel kostet wie ein Kleinwagen und ein Kunde bestellt einen Kaffee to go. Kippt ihn aus einem Plastikbecher in seinen Hals, während er Mails checkend die Straße überquert.
Tut Euch und allen Menschen, die ihre Energie in diese Tasse Kaffee steckten, den Gefallen und genießt Euren Kaffee im Sitzen oder an der Theke einer Espresso Bar!

Gekochter Reis

Ein Löffel gekochter Reis ist noch übrig? Zum Glück! Ihr könnt den Reis am anderen Tag in den Teig für Pancakes zum Frühstück mischen. Sie werden etwas volumiger und lockerer …

Kandierter Ingwer

Ein Stück kandierter Ingwer in ganz feine Würfel geschnitten gibt Gurkensalat das gewisse Etwas. Der Ingwer ist leicht scharf und süß – da könnt Ihr auf Zucker oder Honig in der Salatsoße verzichten.

Kaffee

Ihr könnt starken Kaffee in der Eiswürfelschale einfrieren (abdecken nicht vergessen). Zusammen mit einer Banane, die bereits eine braune Schale hat und und doppelt soviel Milch wie Kaffee, einen Shake zubereiten.

Blog Jutta Hofmann

(Werbung wegen Markennennung/unbezahlt)
100g Reis 258 g CO₂
100g kandierter Ingwer ? 100g frischer Ingwer 68 g CO₂
100g Bananen 44 g CO₂
100g gemahlener Kaffee 1081 g CO₂

Ein besonderes Kaffee Angebot findet Ihr bei Teikei. Schaut Euch die Seite unbedingt an!
Übrigens, wie Ihr den Kaffeesatz noch weiter nutzen könnt, steht in dem vom NDR veröffentlichten Beitrag „Kaffeesatz – zu schade zum Wegwerfen“.

Wastecooking oder „was kann daraus noch werden?“ IV

Mohnkuchen, Mohnzopf, Mohnschecken – alle drei sind sie herrlich, aber ich backe sie nie daheim, denn ich habe keine Mohnmühle, um die Füllung herzustellen. Die Fertigmischungen, die im Laden angeboten werden,  möchte ich nicht verwenden.

Nun, an Weihnachten habe ich Plätzchen mit Mohn gebacken und jetzt ist noch ganz viel übrig. Viel Mohn zum Spielen …. aber keiner zum Träumen. „Der Rausch aus dem Küchenschrank“ titelte Focus online so schön, zu schön um wahr zu sein.

Mohn Pancakes

Mit zwei Teelöffel Mohn anstatt dem Kakaopulver, kann man wunderbar den Pancake Teig abwandeln, über den ich letzen Oktober geschrieben habe. Anstatt Vanille oder Zimt passt dann besonders gut abgeriebene Zitronenschale in den Teig

Orangen Sirup

Frische Orangenscheiben mehrfach in Zuckersirup eingelegt und dann getrocknet ergeben kandierte Orangenscheiben. Den Zuckersirup kann man nochmals aufkochen mit etwas Sternanis, der abgeriebenen Schale einer unbehandelten Zitrone und Orange und dem Saft der beiden Früchte. Man lässt den Sirup abkühlen und lagert ihn im Kühlschrank. Er eignet sich zum Süßen von Kaffee oder Tee, als Grundlage für Punsch, zum Tränken von Rührkuchen, als Aperitif mit Sekt aufgegossen…

Lachs in Mohn

Mohn eignet sich wunderbar zum Lachs panieren. Am schönsten sieht es aus, wenn man das Lachsfilet in zweifingerbreite Streifen schneidet. Die Lachsstücke werden dann rundum vorsichtig in Mohnsamen gedrückt und bei mittlerer Hitze in einer Pfanne in etwas Öl gebraten.

Blog Jutta Hofmann

Mein Angebot bei der VHS Schopfheim zum Thema „restlos glücklich“

3.05113 Spontanes Kochen mit Überraschungs-Zutaten
Aldi Süd startete die Kampagne „reinbeißen statt wegschmeißen“. Grundig hat die internationale Kampagne „respect food„. Höchste Zeit, in den eigenen Vorratsschrank zu schauen.
Bringen Sie Ihre kulinarischen Fundsachen zu diesem Kochabend mit! Ihre Kreativität und meine Begeisterung für ungewöhnliche Gerichte lassen eine phantasievolle Speisenfolge ohne Fisch und Fleisch entstehen.

Do., 15.03.2018, 18:00 – 22:00 Uhr
Friedrich-Ebert-Schule, Roggenbachstr. 11, Lehrküche
Gebühr: 22,00 € zzgl. 9,00 € Materialkosten, diese sind direkt in bar bei der Kursleitung zu entrichten.

Anmelden kann man sich noch nicht, aber die VHS bietet Geschenk-Gutscheine an!

Wastecooking oder „was kann daraus noch werden“? III

Das Reste Thema beschäftigt mich weiter. „Wastecooking“ liest man selten in der deutschen Presse – vielleicht weil andere besser texten: „Reste Retter“ oder „Reinbeißen statt wegschmeißen“ klingt doch wesentlich sympathischer. Wie auch immer man es nennen mag: Schaut in Euren Vorratsschrank, schaut in Euren Kühlschrank – es gibt bestimmt etwas, was Ihr aus dem „Dornröschenschlaf“ wecken könnt.

Noch mehr Anregung findet Ihr in meinen anderen beiden Beiträgen zu den Thema!

Auberginen

Wohin mit dem Fruchtfleisch einer Aubergine, die man zum Füllen ausgehöhlt hat? Einfach das Fruchtfleisch mit den gefüllten Auberginen im Topf oder auf dem Backblech garen. Das gare Fruchtfleisch in einen Mix-Becher geben, abkühlen lassen, Flüssigkeit abgießen und mit Tahin (Sesampaste) mixen. Mit Salz abschmecken. Der Dip passt zu Weißbrot und oder Gemüse, Fleisch.

Senf

Aus einem Esslöffel Senf, der noch im Glas ist, lässt sich schnell eine Senfsauce herstellen, welche wunderbar zu pochierten Eiern, gedünstetem Fisch oder Blumenkohl passt: 125 ml süße Sahne in einem Topf erhitzen, 1 Esslöffel Senf unterrühren, kurz aufkochen lassen und abschmecken. Schon ist die Sauce fertig!

Garnelenschalen

Wenn Garnelen, dann kauft am besten ungeschälte Bio-Garnelen. Sie sind teurer als konventionelle Garnelen aus Zucht, aber die Schalen und Köpfe sind eine aromatische Zugabe!
Die Garnelenschalen und Köpfe werden mit etwas Öl im heißen Topf angeröstet, ein Esslöffel Tomatenmark zugeben, geschnittene Zwiebel, Knoblauch, Fenchel zugeben, mit Noilly Prat ablöschen, einköcheln lassen Gemüsebrühe zufügen und ca 1/2 Stunde schwach köcheln lassen. Dann den Fond absieben und dabei die Köpfe der Garnelen kräftig ausdrücken. Der Fond kann für Saucen, Suppen oder Risotto verwendet werden.

Blog Jutta Hofmann

Unter dem Titel „Reinbeißen statt wegschmeißen“ startet Aldi Süd eine Aktion mit vielen Anregungen und Informationen, um „Reste Retter“ zu werden. Schaut mal auf die Seite.
Wer wissen möchte, was sich auf der internationalen Ebene zu diesem Thema tut, der kann sich auf der Seite von Refresh informieren.

Lieblingsseiten I

Ein Jahr gibt es nun Jutt-ah!
Der erste Geburtstag – deshalb habe ich meine Lieblingsseiten zusammen gestellt. Über was wollte ich alles zusätzlich zu den Rezepten schreiben: über Geschäfte, in denen ich gerne einkaufe, über Kochbücher, die ich immer wieder benutze, ein Weihnachtsessen, ein Oster Menü – nichts von alldem findet Ihr auf meinem Blog, sondern Rezepte, Beschreibungen meiner Ausflüge (der Vitra Campus Weil am Rhein fehlt übrigens immer noch), Ihr könnt meinen Reisen auf google maps folgen …..
Also für das zweite Jahr sind reichlich Ideen vorhanden – siehe erster Abschnitt!

Danke für´s immer wieder vorbeischauen!

Kochen und Essen

Nahaufnahme Granola mit Granatapfel Kernen

Frühstück

Am liebsten trinke ich eine Tasse Tee im Bett – vor allem, wenn sie mir mein Mann auf den Nachttisch stellt. Dann beginnt mein Hirn warm zulaufen und ich überlege, wie ich es füttern könnte. Ich habe es nicht gern, wenn ich um 10.30 Uhr wieder Hunger bekomme. Nach einigen Experimenten stellte ich fest, dass ein warmes Frühstück oder Haferflocken – in welcher Form auch immer – mich bis zum Mittagessen satt machen.

Kokos Müsli
Kanarisches Frühstück
Hirse Waffeln

Süßes
Schon als Kind war für mich das Dessert die Krönung jeden Essens. Gerne kochte ich Vanille Pudding, der mir sehr oft anbrannte oder vom vielen Naschen wieder flüssig wurde oder auch ausgefallenes wie Diplomatencreme.  Dennoch mag ich nichts, was papp-süß ist. Und kein Eis mit heißen Soßen, und Obst allein, pur – nein, das ist auch kein Nachtisch…

Eierlikör Melonen Dessert
Mädesüßeis – Eis als Medizin
Schokoladen Pudding

Grüner Salat mit Käselocken, Tomaten, gebratenen Hühnerfleisch Stücken

Herzhaftes

Als ich in meiner Jugend anfing zu kochen, arbeitete ich mich langsam von Desserts, Kuchen zu Salaten und kalten Platten. Es war damals die Käse-Igel-Zeit und Salzstangen waren ein beliebtes Deko-Element. Dann ging es weiter mit Suppen und Aufläufen und dauerte noch eine ganze Weile, bis ich bei Fleisch mit Beilagen ankam.
Heute sind meine große Liebe Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten, denn – so habe ich den Eindruck – sie bereiten sich fast von alleine zu.

Französischer Salat
Pulpo mit grünem Spargel
Asiatische Hühnersuppe

Aprikosentee Zutaten

Getränke

Vor über 20 Jahren fragte ich mich bei einem Glas Holunderlimo – nein nicht selbst gemacht, sondern an einem idyllischen Fischteich im Vorarlberg: Wieso gibt es nur so langweilige Getränke ohne Alkohol?

Kurz darauf kaufte ich mir in Frankreich ein Rezeptbuch mit unzähligen Ideen für Sirups und selbst angesetzte Apéritivs. Ich erinnere mich an den Estragon-Wein, an all, die Dinge, welche ich ausprobieren wollte, und es dann doch nicht tat.

Nun hat sich einiges getan: Es gibt Sauerkirsch-Rosmarin Limo zu kaufen oder Birne-Ingwer – saßen die Hersteller alle mal an diesem schönen Fischteich in Andelsbuch?
Und ich konnte mich nun auch zu neuen Getränken aufraffen:
Apfel Rosmarin Tee
Himbeer-Ingwer Tee
Aprikosentee

Denken und Schreiben

Gäste räumen Geschirr aus

Über das Essen

Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich mein ganzes Leben um Essen dreht und den Drang immer neue Rezepte zu schaffen. Ich kann Kochbücher lesen wie einen Roman. Meist entscheidet es sich schon nach wenigen Seiten, ob ich es mag oder nicht – eben wie bei einem Roman.
Ohne Essen lebt es sich kurz, aber muss man immer das Essen im Kopf haben?  Oder sind im übertragenen Sinn neue Rezepte auch neue Wege? Wie entdeckt Ihr die Welt?

Gäste, wie man sie gerne hätte
Ziegenkäse
Verkaufsoffener Sonntag

Notizbücher sind die Antwort auf die Frage Wohin mit den Buchstaben. Offenes Notizbuch mit grüner Schrift, Notizbuch mit geprägtem, rosafarbenem Einband und Füller mit Golddetails Denken und Schreiben

Schreiben

Nach meinem Studium entdeckte ich die alten Schulaufsätze wieder. Das habe ich geschrieben? So gescheit! So elegant formuliert! Und das habe ich mit 17 oder 18 Jahren hinbekommen! Ich staunte über mich. Im Berufsleben schrieb ich nur noch Geschäftsbriefe oder Anzeigentexte mit vorgegebenen Anschlägen. Dann begann ich wieder einzelne Sätze (wichtige Sätze!) in ein Notizbuch zu schreiben, dann folgten Kurzgeschichten, dann eine lange Pause und dann kamen sie wieder, die Texte.

Sie finden sich nun auf meinen Lieblingsseiten wieder …

Wohin mit den Buchstaben?
Hallo Welt!
Rubinette

Lieblingstasse Amazona

Nachdenken

Ab und zu kommen so die grundsätzlichen Fragen. So knapp an Faust vorbei: Woher kommt alles? Wohin geht alles? Macht es Sinn Rezepte zu schreiben, wenn ein Staatsmann mit einem Atomkrieg gegen einen anderen Staat droht, wenn Menschen verhungern und wenn sich andere Menschen zu Tode fressen, die Erde nicht mehr ausreicht, die Weltbevölkerung zu ernähren, hier Gift und dort manipulierte Gene im lauern?

Kunstkochen
Lieblingstasse

Entdecken und Reisen

Meer und Horizont

Gedanken unterwegs

Den Drang zu reisen habe ich schon sehr lange. Ich erinnere mich an die Prospekte, die ich als Kind vom Flughafen Zürich mitgenommen habe. Es waren Prospekte von KUONI  – ganz besonders hatten es mir die Reisen nach Marokko angetan. Ich spielte Reisebüro und bediente imaginäre Kunden…. 15 Jahre später war ich zweimal in Marokko und heute gibt es noch immer die Sehnsucht nach diesem Land.

Urlaubs Blues

Reisen

Mein Lieblings – Filmzitat stammt aus „Herr der Ringe“ erster Teil: „Wir reisen mit leichtem Gepäck“. Die Gefährten werfen daraufhin ihre Beutel ins Gebüsch und machen sich auf den Weg Frodo zu finden. Auf diesem „light travel“ Niveau bin ich noch nicht angelangt.

Von jeder Reise verbleibt ein kulinarisches Souvenir in meinem Küchen Repertoire. Basil Smash, moules marinières, Hibiskus Salz,

Muschel-Liebe
Gin – auf Reisen entdecken
Eine Fahrt nach Frankreich

1,5 m hohe Agave

Ausflüge

Ohne Ausflüge lässt sich die Zeit zwischen den Reisen nicht ertragen. Wenn nun der Eindruck entsteht, ich bin laufend unterwegs, dann ist dieser falsch. Wenn es gut läuft, dann ist zweimal im Jahr reisen angesagt, einmal kurz und einmal lang.  Das heißt, dass ich die Ausflüge zum Überbrücken brauche. Gerne bin ich alleine unterwegs, alleine kann ich mich besser treiben lassen. Keine Diskussion, keine Begründung, sondern einfach rechts abbiegen, ins Museum gehen oder nur in den Museums Shop, oder in die Straßenbahn einsteigen, den dritten Espresso am dritten Ort trinken…

 

Durch Basel sitzen

Wastecooking oder „was kann daraus noch werden“? II

Ich frage mich, ob „Wastecooking“ ein positiver Begriff ist? Auf den ersten Blick eigentlich nicht. Müll, Weggeworfenes kochen? Hm … „Dank kochen nicht weg geworfen“ wäre vielleicht besser…

Im September gebe ich bei der VHS Schopfheim einen Kochkurs mit dem Titel „Spontanes Kochen mit Überraschungs-Zutaten“.
Was es gibt? Also kein Fleisch und kein Fisch. Das ist schon sicher. Und wir steigen auch nicht durch Container, um unsere Zutaten zu bekommen. Ich kaufe die Grundzutaten ein und Ihr könnt das mitbringen, was schon lange bei Euch im Schrank steht, von dem Ihr nicht genau wisst, wie man es verwenden kann.
Es kam als Souvenir zu Euch oder als Dankeschön fürs Blumen gießen von der Nachbarin. Falls Sie Euch fragt: Und, was habt Ihr aus der Guaven-Paste gemacht? werdet Ihr eine Antwort haben…

Marmelade

Früchte, die sehr reif sind und nicht mehr roh gegessen werden, kann man putzen, kleinschneiden und nach belieben mit Zucker oder Gelierzucker zu Marmelade verkochen. Ein Beispiel dafür ist die Ananas Marmelade.

Kompott

Eine Portion Kompott, besonders Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche oder Heidelbeeren,  kannst Du ohne Saft pürieren und mit Haferflocken mischen. Über Nacht kommt die Mischung in den Kühlschrank und morgens mit etwas Joghurt und Nüssen bestreut ist es das perfekte schnelle Frühstück.

Käse

Eine kleine Menge geriebener Käse ist ein gutes „Gewürz“, das Hackfleisch – oder Gemüsemischungen einen vollen, aromatischen Geschmack verleiht. Der Käse, am besten Hartkäse, gibt dem Geschmack mehr „Tiefe“.

Blog Jutta Hofmann

Spontanes Kochen mit Überraschungs-Zutaten
Kurs: 17H3.07114
Kosten: 22,00 Euro, zusätzlich 9,00 Euro für Lebensmittel, die am Kursabend zu bezahlen sind

21. September 2017
Von 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr in der Lehrküche der Friedrich-Ebert-Schule
Roggenbachstraße 11, 79650 Schopfheim

Ich freue mich auf Euch!

DER KURS WURDE ABGESAGT!

Wastecooking oder „was kann daraus noch werden?“

Manchmal sitze ich vor dem Fernseher und lasse mich berieseln. Das gebe ich zu. Dann kann es passieren, dass ich eine Sendung sehe, welche nicht berieselt, sondern Funken sprüht. So ging es mir mit „Wastecooking“. Die Pressestelle von arte fasst am besten den Inhalt der tollen Doku zusamen:

„Wastecooking“ ist ein unterhaltsames Roadmovie. David Groß, Lebensmittelaktivist und Koch, reist durch fünf europäische Länder, um all jenes kulinarisch zu recyceln, was sonst an Essbarem vergeudet wird.
Mit jeder Menge kulinarischer Ideen im Gepäck, kocht David kreativ gegen die Lebensmittelverschwendung unserer Wegwerfgesellschaft an und spürt dabei innovative Lösungsansätze auf“. (Zitat Doku-Serie und Langfilm von David Groß & Georg Misch AT 2015).

Ich fragte mich: verschwende ich auch Lebensmittel durch vergessen, schlechte Lagerung, zuviel Einkaufen… Jaaa, das kommt doch immer wieder vor, antwortete ich mir.

Zwiebelmarmelade

Diese Spezialität könnt Ihr verwenden, wo es Zucker und Zwiebeln braucht:

in Grillmarinaden
in Salatsoßen

… so gibt es keine Tränen beim Zwiebeln schneiden…

Eierlikör

Ein Portiönchen Eierlikör ist noch in der Flasche. Nach zwei Gläsern noch eines trinken? Lieber nicht…

Mit Joghurt, Joghurt auf Kokosbasis oder flüssiger Sahne vermischt ergibt das Restchen eine feine Soße oder „Dressing“ über frische Beeren.

Porridge oder Frühstücksbrei

Reste von Porridge oder Frühstücksbreimischungen sind ein feiner Ersatz für Mehl in Keksen. Die Hälfte der Mehlmenge kann in den meisten Rezepten ersetzt werden. Schaut bitte, ob Eure Mischung etwas Süßes wie Trockenfrüchte oder braunen Zucker enthält und berücksichtigt das im Rezept. Ein Beispiel für „Breikekse“ findet Ihr auf meinem Blog.

Pesto

Ein Teelöffel Pesto ist übrig:

Unter Salatsauce mischen, welche für Tomatensalat verwendet wird

Mit Schmand und gewürfelter Tomate mischen und als Dip zu gegrilltem Fleisch oder zu rohem Gemüse servieren.

Wassermelone

Ein Stück Wassermelone trennt Ihr von der grünen Schale und würfelt das reife Fruchtfleisch. Es kommt in eine Salatsoße aus Apfelessig, Olivenöl, Kräutersalz und frisch gemahlenem Pfeffer. Zucker ist nicht notwendig, denn die Melone bringt die Süße mit.

Ich glaube, irgendwo las ich mal ein Rezept, was man aus Wassermelonenschalen zubereiten kann.

Orangenmarmelade oder Aprikosenmarmelade

Die Marmelade mit der halben Menge Wasser vorsichtig erwärmen und mit dem Pürierstab eine gleichmäßige Masse herstellen. Die verdünnte erwärmte Marmelade ist eine wunderbare Glasur für einen frisch gebackenen Apfel-, Birnen- oder Quittenkuchen.

Chai Latte Pulver

Dieses Getränkepulver, vorausgesetzt es ist von guter Qualität, könnt Ihr unter Naturjoghurt mischen: Das Joghurt wird dann süß, würzig und etwas angedickt. Entweder serviert Ihr es zu Früchten oder zu einer Süßspeise anstatt Vanillesauce.

1/2 Zitrone

Wenn Ihr die Zitrone nicht auspressen mögt und den Saft mit etwas Agavendicksaft und Wasser trinken, dann könnt Ihr den Saft in einer Salatsoße anstatt Essig verwenden. Zitrone passt gut zu grünen Salaten oder auch zu Nudelsalaten mit viel Gemüse.

Haferflocken

Haferflocken in Wasser gequollen und ausgedrückt könnt Ihr wunderbar als Brötchenersatz in Hackfleisch verwenden. Frikadellen oder Hackbraten werden schön locker ohne einen Hauch von „Müsli“ zu haben.

Blog Jutta Hofmann

Wie in der Folge 1 Österreich der „Wastecooking“ Reihe auf arte habe ich nun auch begonnen, für jedes Lebensmittel, das ich wegschmeiße, 50 Cent in eine Kasse zu legen:

21.06.2017: 1 Euro
25.07.2017: 5,50 Euro

Kunstkochen

Kunstkochen! Kaum von diesem Wettbewerb gelesen, war mir klar, dass ich mitmachen möchte. Wie wird ein Gemälde zu einem Rezept? Welches Gemälde wähle ich aus?

Das abstrakte Bild mit den Schichten „Blick in das Fruchtland“ von Klee, lässt mich sofort an ein Foto aus dem Buch „Desserts. Meine Leidenschaft“ Michel Roux, Christian Verlag, 1995, denken. Es zeigt ein Glas, in das viele Lagen Mousse eingeschichtet sind: Minze, Himbeere, Birne, Schoko, Karamell…. Das Bild ließ sich nicht durch ein anderes Vertreiben…

Das Arafat Bild weckt in mir eher langweilige Assoziationen: Etwas cremiges mit Zimt, Nüssen, Karamell oder Honig. Oder eine Suppe: Petersilienwurzel, Topinambur, Parmesan, Prosecco mit Pfeffer, Quatres Épices, Nüsse oder natürlich Kaviar – alles sehr lecker, aber nicht so aufregend. Andere können das Bild superschön umsetzen: Desiree mit ihren Macarons oder Tamara mit ihrer Mango-Kokoscreme Tarte …

Das Gemälde „Frühstück“ von Dennis, lässt mich an Rote Grütze denken. In meiner Kindheit gab es die bei den Nachbarn, wenn es heiß war und in meiner Hotelküchenzeit war es das Standard Dessert für das Versicherungsvertreter-Menü. Nein, keine Rote Grütze. Die Aprikosentarte, die Kristina aus Karlsruhe, zu diesem Bild schuf, gefällt mir ausgezeichnet. Sie klebt nicht an den roten Strukturen des Bildes, sondern ihr Motiv hat diese luftige Leichtigkeit der Vorlage. Und wer würde schon zu einer Aprikosentarte zum Frühstück nein sagen?

Die Dame mit dem Hündchen „Bildnis einer Dame“ von Bronzino, hätte ich gerne kulinarisch umgesetzt. Hund? Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Da liegt der Hund begraben! Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür!
Nein, nichts mit Hund.

Was würde sich die Dame von ihrem Diener bringen lassen? Ein Schälchen Wasser für den Hund?  War sie ungeduldig, weil die Familie schon beim Tee saß? Oder war sie froh Modell zu sitzen, weil die Jagdgesellschaft ihres Mannes tafelte und sie den Hautgout des Wildes nicht schätzte? Ich glaube, sie liebt Konfekt. Ich glaube, sie braucht etwas Aufmunterung. Vielleicht serviert einer der Kunstköche ihr etwas Süßes.

Das gepünktelte Bild „Nachmittag im Garten“ von Cross, spricht mich weniger an. Es ist mir zu pünktelig. Wie würde eine Mahlzeit aussehen in diesem Stil? Welcher Teller ist aus der Nähe unkenntlich und offenbart sich erst, wenn man von ihm weg tritt? Beim Essen ist es eher anders: Aus der Ferne sind die einzelnen Bestandteile unkenntlich und aus der Nähe offenbaren sich die Köstlichkeiten.

Die „Krocketpartie“ von Manet ist so eine Art gemalter Fitnessteller. Die Damen und der Herr in den hellen Kleidern im Grünen, wirken etwas deplatziert in ihrer Umgebung. Marshmallows auf grünem Salat oder Oeufs à la neige auf Spinat hätten auch so etwas deplatziertes.

Die „Komposition“ von Freundlich gibt da mehr her. Etwas zentrales gelbes umgeben von allerlei buntem. Die Sunshine-Mango-Coco Raw-Cake sagt mir da besonders zu, denn sie nimmt die Dynamik des Bildes auf…. und verzettelt sich nicht mit buntem Gewürfel. Wie schafft es die Bäckerin, die Essenz des Bildes zu erfassen und sie dann in eine Torte umzufüllen? (Nach meiner Ansicht ist die Dynamik die Essenz dieses Bildes). Habt Ihr schon mal von einer dynamischen Torte gehört? Wohl nicht, irgendwie alles ein bisschen verdreht (Dynamik!) in meinem Kopf …

Wieso habe ich mich für das Stilleben mit blauer Vase und Pilzen von Scholderer entschieden? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht genau.

Das Bild ist sehr reduziert in den Farben und Formen. Es ist ruhig, weil dunkle Farben vorherrschen und es hat etwas edles – der leichte Goldton der Pilze und die Spiegelung im Vordergrund.

Blog Jutta Hofmann

#kunstkochen von Alnatura und dem Städelmuseum in Frankfurt ist ein besonderer Wettbewerb. 12 ausgewählte Kunstwerke dienen als Vorlage für ein Gericht. Seid Ihr dabei? Die Aktion läuft noch bis 17. Juni 2017.

Was aus den Zutaten geworden ist, welche auf dem großen Bild sind, seht Ihr auf www.kunstkochen.de, wenn Ihr das „Stillleben mit blauer Vase und Pilzen“ aufruft: Votet für Jutta aus Schopfheim! Danke!!!!

Lieblingstasse

Jürgen rief zu einer Blogparade zum Thema „Lieblingstasse“ auf.

Das ist der Anlass, meiner longtime-allzeit Lieblingstasse zu huldigen, nachdem ihre Nebenbuhlerinnen durch meinen Mann oder durch meine eigene Ungeschicklichkeit in Scherben gelegt wurden.

Lieblingstasse

„Na, wie wäre es mit einem Kaffee? Mit Vanille? Mit Tahiti-Vanille?“
Der Papagei schaute mich aufmunternd an.
„Du hast recht. Ein Kaffee wäre jetzt gut. Vanille ist allerdings nicht mehr viel da. Und es dauert noch lange, bis Jacky wieder welche aus Tahiti mitbringen wird.“

„Sei nicht so geizig zu dir!“, krächzte der Papagei.

Ich entgegne ihm nichts. Als ich mir vor mehr als 25 Jahren die Tasse kaufte, wollte ich mir etwas Gutes tun: Ein edles Einzelstück aus Bone China von Villroy&Boch mit einem Design, das einen Hauch von Exotik, von etwas besonderem hat.

„Wie wäre es stattdessen mit Kardamom im Kaffee?“
„Dann kannst du gleich Orangenlikör nehmen. Ich mag es nicht so parfümiert. Schließlich bin ich kein Tässchen aus Ägypten.“
„Du bist heute sehr sensibel!“. Das Gelb auf seiner Brust wurde sehr blass.

„Heißes Ingwerwasser wäre noch schlimmer!“
Der Papagei sträubte sein Gefieder.
„Oh, im Kühlschrank ist noch Ingwer.“
Ich erinnerte mich an meinen Vorsatz, jeden Tag heißes Ingwerwasser zu trinken. Es sollte den Fettabbau ankurbeln, die Abwehrkräfte stärken und den Körper reinigen. Das Ingwerwasser sollte mich zu einem besseren Menschen machen: licht, leicht, beweglich, scharfsinnig…
„Lass´ den Kühlschrank zu!“, knarzte der Papagei. Sein Schnabel schien sich in meine Richtung zu heben.

„Dir wäre wohl heißer Blutorangensaft mit selbstgemachtem Punschextrakt lieber?“
„Schau´ auf die Uhr! Es ist 9:48 Uhr!
Er wippte auf seiner Liane hin und her.
Ja, du hast Recht, dachte ich. Das wäre der falsche Orangensaft zum Frühstück. Außerdem ist der Punschextrakt leer. Es ist schließlich schon März.

„Heiße Schokolade aus dunkler Kuvertüre mit Milch und Vanilleschote gekocht. Wie wäre das?“, versuche ich den Papagei zu beruhigen.
„Ich traue dir nicht! Auf der Anrichte steht noch die Flasche Chartreuse.“, schnarrte der bunte Vogel.
„Du bis heute sehr negativ eingestellt. Rechnest nur mit dem Schlimmsten. Schau´ die schöne grüne Farbe des Likörs an! Sie hat so was von Urwald.“
Ich hatte den Eindruck, als würde sich der Papagei von mir abwenden. Nach einem Urlaub in Savoyen hatten wir an Winterabenden oft „Choco Truffes to drink“ – dicke, heiße Schokolade mit Chartreuse. Sie bringt einem – so wie es Ziel der Mönche bei der Schaffung des Likörs war – dem ewigen Leben ein Stück näher.

„Weißt du, an was ich gerne zurückdenke?“, wandte sich der Papagei versöhnlich zu mir, „Wie unsere gemeinsame Zeit begann.“
„So schön war das damals nicht für mich.“, stellte ich fest: Trennung, Ärger mit der Familie, frisch umgezogen in eine neue Stadt.
„Ich erinnere mich an die wunderbaren Grüntees, die du dir damals gegönnt hast. Du bist extra in die nächste Stadt gefahren, um die Tees zu kaufen, über die du im „Feinschmecker“ gelesen hattest. Ich sage nur: Hua Hin Silver Needle!“
An diesen Tee erinnere ich mich auch. Ich musste ihn dem Teehändler fast abschwatzen und konnte mir trotzdem nur ein paar „Needles“ leisten so unglaublich teuer war er.

„Tempi passati!“, dabei plustere sich der Papagei auf.
„Also, gut. Es gibt Kaffee mit Vanille!“ lenkte ich ein.
Der Papagei glättete seine Federn wieder.

Hatte er wirklich mit mir gesprochen?

Lieblingstasse Amazona
Blog Jutta Hofmann

Mehr über Lieblingstassen gibt es auf dem Blog „Besondere Tassen“ von Jürgen.