Wastecooking oder „was kann daraus noch werden“? III

Das Reste Thema beschäftigt mich weiter. „Wastecooking“ liest man selten in der deutschen Presse – vielleicht weil andere besser texten: „Reste Retter“ oder „Reinbeißen statt wegschmeißen“ klingt doch wesentlich sympathischer. Wie auch immer man es nennen mag: Schaut in Euren Vorratsschrank, schaut in Euren Kühlschrank – es gibt bestimmt etwas, was Ihr aus dem „Dornröschenschlaf“ wecken könnt.

Noch mehr Anregung findet Ihr in meinen anderen beiden Beiträgen zu den Thema!

Auberginen

Wohin mit dem Fruchtfleisch einer Aubergine, die man zum Füllen ausgehöhlt hat? Einfach das Fruchtfleisch mit den gefüllten Auberginen im Topf oder auf dem Backblech garen. Das gare Fruchtfleisch in einen Mix-Becher geben, abkühlen lassen, Flüssigkeit abgießen und mit Tahin (Sesampaste) mixen. Mit Salz abschmecken. Der Dip passt zu Weißbrot und oder Gemüse, Fleisch.

Senf

Aus einem Esslöffel Senf, der noch im Glas ist, lässt sich schnell eine Senfsauce herstellen, welche wunderbar zu pochierten Eiern, gedünstetem Fisch oder Blumenkohl passt: 125 ml süße Sahne in einem Topf erhitzen, 1 Esslöffel Senf unterrühren, kurz aufkochen lassen und abschmecken. Schon ist die Sauce fertig!

Garnelenschalen

Wenn Garnelen, dann kauft am besten ungeschälte Bio-Garnelen. Sie sind teurer als konventionelle Garnelen aus Zucht, aber die Schalen und Köpfe sind eine aromatische Zugabe!
Die Garnelenschalen und Köpfe werden mit etwas Öl im heißen Topf angeröstet, ein Esslöffel Tomatenmark zugeben, geschnittene Zwiebel, Knoblauch, Fenchel zugeben, mit Noilly Prat ablöschen, einköcheln lassen Gemüsebrühe zufügen und ca 1/2 Stunde schwach köcheln lassen. Dann den Fond absieben und dabei die Köpfe der Garnelen kräftig ausdrücken. Der Fond kann für Saucen, Suppen oder Risotto verwendet werden.

Blog Jutta Hofmann

Unter dem Titel „Reinbeißen statt wegschmeißen“ startet Aldi Süd eine Aktion mit vielen Anregungen und Informationen, um „Reste Retter“ zu werden. Schaut mal auf die Seite.
Wer wissen möchte, was sich auf der internationalen Ebene zu diesem Thema tut, der kann sich auf der Seite von Refresh informieren.

Lieblingsseiten I

Ein Jahr gibt es nun Jutt-ah!
Der erste Geburtstag – deshalb habe ich meine Lieblingsseiten zusammen gestellt. Über was wollte ich alles zusätzlich zu den Rezepten schreiben: über Geschäfte, in denen ich gerne einkaufe, über Kochbücher, die ich immer wieder benutze, ein Weihnachtsessen, ein Oster Menü – nichts von alldem findet Ihr auf meinem Blog, sondern Rezepte, Beschreibungen meiner Ausflüge (der Vitra Campus Weil am Rhein fehlt übrigens immer noch), Ihr könnt meinen Reisen auf google maps folgen …..
Also für das zweite Jahr sind reichlich Ideen vorhanden – siehe erster Abschnitt!

Danke für´s immer wieder vorbeischauen!

Kochen und Essen

Nahaufnahme Granola mit Granatapfel Kernen

Frühstück

Am liebsten trinke ich eine Tasse Tee im Bett – vor allem, wenn sie mir mein Mann auf den Nachttisch stellt. Dann beginnt mein Hirn warm zulaufen und ich überlege, wie ich es füttern könnte. Ich habe es nicht gern, wenn ich um 10.30 Uhr wieder Hunger bekomme. Nach einigen Experimenten stellte ich fest, dass ein warmes Frühstück oder Haferflocken – in welcher Form auch immer – mich bis zum Mittagessen satt machen.

Kokos Müsli
Kanarisches Frühstück
Hirse Waffeln

Süßes
Schon als Kind war für mich das Dessert die Krönung jeden Essens. Gerne kochte ich Vanille Pudding, der mir sehr oft anbrannte oder vom vielen Naschen wieder flüssig wurde oder auch ausgefallenes wie Diplomatencreme.  Dennoch mag ich nichts, was papp-süß ist. Und kein Eis mit heißen Soßen, und Obst allein, pur – nein, das ist auch kein Nachtisch…

Eierlikör Melonen Dessert
Mädesüßeis – Eis als Medizin
Schokoladen Pudding

Grüner Salat mit Käselocken, Tomaten, gebratenen Hühnerfleisch Stücken

Herzhaftes

Als ich in meiner Jugend anfing zu kochen, arbeitete ich mich langsam von Desserts, Kuchen zu Salaten und kalten Platten. Es war damals die Käse-Igel-Zeit und Salzstangen waren ein beliebtes Deko-Element. Dann ging es weiter mit Suppen und Aufläufen und dauerte noch eine ganze Weile, bis ich bei Fleisch mit Beilagen ankam.
Heute sind meine große Liebe Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten, denn – so habe ich den Eindruck – sie bereiten sich fast von alleine zu.

Französischer Salat
Pulpo mit grünem Spargel
Asiatische Hühnersuppe

Aprikosentee Zutaten

Getränke

Vor über 20 Jahren fragte ich mich bei einem Glas Holunderlimo – nein nicht selbst gemacht, sondern an einem idyllischen Fischteich im Vorarlberg: Wieso gibt es nur so langweilige Getränke ohne Alkohol?

Kurz darauf kaufte ich mir in Frankreich ein Rezeptbuch mit unzähligen Ideen für Sirups und selbst angesetzte Apéritivs. Ich erinnere mich an den Estragon-Wein, an all, die Dinge, welche ich ausprobieren wollte, und es dann doch nicht tat.

Nun hat sich einiges getan: Es gibt Sauerkirsch-Rosmarin Limo zu kaufen oder Birne-Ingwer – saßen die Hersteller alle mal an diesem schönen Fischteich in Andelsbuch?
Und ich konnte mich nun auch zu neuen Getränken aufraffen:
Apfel Rosmarin Tee
Himbeer-Ingwer Tee
Aprikosentee

Denken und Schreiben

Gäste räumen Geschirr aus

Über das Essen

Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich mein ganzes Leben um Essen dreht und den Drang immer neue Rezepte zu schaffen. Ich kann Kochbücher lesen wie einen Roman. Meist entscheidet es sich schon nach wenigen Seiten, ob ich es mag oder nicht – eben wie bei einem Roman.
Ohne Essen lebt es sich kurz, aber muss man immer das Essen im Kopf haben?  Oder sind im übertragenen Sinn neue Rezepte auch neue Wege? Wie entdeckt Ihr die Welt?

Gäste, wie man sie gerne hätte
Ziegenkäse
Verkaufsoffener Sonntag

Notizbücher sind die Antwort auf die Frage Wohin mit den Buchstaben. Offenes Notizbuch mit grüner Schrift, Notizbuch mit geprägtem, rosafarbenem Einband und Füller mit Golddetails Denken und Schreiben

Schreiben

Nach meinem Studium entdeckte ich die alten Schulaufsätze wieder. Das habe ich geschrieben? So gescheit! So elegant formuliert! Und das habe ich mit 17 oder 18 Jahren hinbekommen! Ich staunte über mich. Im Berufsleben schrieb ich nur noch Geschäftsbriefe oder Anzeigentexte mit vorgegebenen Anschlägen. Dann begann ich wieder einzelne Sätze (wichtige Sätze!) in ein Notizbuch zu schreiben, dann folgten Kurzgeschichten, dann eine lange Pause und dann kamen sie wieder, die Texte.

Sie finden sich nun auf meinen Lieblingsseiten wieder …

Wohin mit den Buchstaben?
Hallo Welt!
Rubinette

Lieblingstasse Amazona

Nachdenken

Ab und zu kommen so die grundsätzlichen Fragen. So knapp an Faust vorbei: Woher kommt alles? Wohin geht alles? Macht es Sinn Rezepte zu schreiben, wenn ein Staatsmann mit einem Atomkrieg gegen einen anderen Staat droht, wenn Menschen verhungern und wenn sich andere Menschen zu Tode fressen, die Erde nicht mehr ausreicht, die Weltbevölkerung zu ernähren, hier Gift und dort manipulierte Gene im lauern?

Kunstkochen
Lieblingstasse

Entdecken und Reisen

Meer und Horizont

Gedanken unterwegs

Den Drang zu reisen habe ich schon sehr lange. Ich erinnere mich an die Prospekte, die ich als Kind vom Flughafen Zürich mitgenommen habe. Es waren Prospekte von KUONI  – ganz besonders hatten es mir die Reisen nach Marokko angetan. Ich spielte Reisebüro und bediente imaginäre Kunden…. 15 Jahre später war ich zweimal in Marokko und heute gibt es noch immer die Sehnsucht nach diesem Land.

Urlaubs Blues

Reisen

Mein Lieblings – Filmzitat stammt aus „Herr der Ringe“ erster Teil: „Wir reisen mit leichtem Gepäck“. Die Gefährten werfen daraufhin ihre Beutel ins Gebüsch und machen sich auf den Weg Frodo zu finden. Auf diesem „light travel“ Niveau bin ich noch nicht angelangt.

Von jeder Reise verbleibt ein kulinarisches Souvenir in meinem Küchen Repertoire. Basil Smash, moules marinières, Hibiskus Salz,

Muschel-Liebe
Gin – auf Reisen entdecken
Eine Fahrt nach Frankreich

1,5 m hohe Agave

Ausflüge

Ohne Ausflüge lässt sich die Zeit zwischen den Reisen nicht ertragen. Wenn nun der Eindruck entsteht, ich bin laufend unterwegs, dann ist dieser falsch. Wenn es gut läuft, dann ist zweimal im Jahr reisen angesagt, einmal kurz und einmal lang.  Das heißt, dass ich die Ausflüge zum Überbrücken brauche. Gerne bin ich alleine unterwegs, alleine kann ich mich besser treiben lassen. Keine Diskussion, keine Begründung, sondern einfach rechts abbiegen, ins Museum gehen oder nur in den Museums Shop, oder in die Straßenbahn einsteigen, den dritten Espresso am dritten Ort trinken…

 

Durch Basel sitzen

Wastecooking oder „was kann daraus noch werden“? II

Ich frage mich, ob „Wastecooking“ ein positiver Begriff ist? Auf den ersten Blick eigentlich nicht. Müll, Weggeworfenes kochen? Hm … „Dank kochen nicht weg geworfen“ wäre vielleicht besser…

Im September gebe ich bei der VHS Schopfheim einen Kochkurs mit dem Titel „Spontanes Kochen mit Überraschungs-Zutaten“.
Was es gibt? Also kein Fleisch und kein Fisch. Das ist schon sicher. Und wir steigen auch nicht durch Container, um unsere Zutaten zu bekommen. Ich kaufe die Grundzutaten ein und Ihr könnt das mitbringen, was schon lange bei Euch im Schrank steht, von dem Ihr nicht genau wisst, wie man es verwenden kann.
Es kam als Souvenir zu Euch oder als Dankeschön fürs Blumen gießen von der Nachbarin. Falls Sie Euch fragt: Und, was habt Ihr aus der Guaven-Paste gemacht? werdet Ihr eine Antwort haben…

Marmelade

Früchte, die sehr reif sind und nicht mehr roh gegessen werden, kann man putzen, kleinschneiden und nach belieben mit Zucker oder Gelierzucker zu Marmelade verkochen. Ein Beispiel dafür ist die Ananas Marmelade.

Kompott

Eine Portion Kompott, besonders Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche oder Heidelbeeren,  kannst Du ohne Saft pürieren und mit Haferflocken mischen. Über Nacht kommt die Mischung in den Kühlschrank und morgens mit etwas Joghurt und Nüssen bestreut ist es das perfekte schnelle Frühstück.

Käse

Eine kleine Menge geriebener Käse ist ein gutes „Gewürz“, das Hackfleisch – oder Gemüsemischungen einen vollen, aromatischen Geschmack verleiht. Der Käse, am besten Hartkäse, gibt dem Geschmack mehr „Tiefe“.

Blog Jutta Hofmann

Spontanes Kochen mit Überraschungs-Zutaten
Kurs: 17H3.07114
Kosten: 22,00 Euro, zusätzlich 9,00 Euro für Lebensmittel, die am Kursabend zu bezahlen sind

21. September 2017
Von 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr in der Lehrküche der Friedrich-Ebert-Schule
Roggenbachstraße 11, 79650 Schopfheim

Ich freue mich auf Euch!

DER KURS WURDE ABGESAGT!

Wastecooking oder „was kann daraus noch werden?“

Manchmal sitze ich vor dem Fernseher und lasse mich berieseln. Das gebe ich zu. Dann kann es passieren, dass ich eine Sendung sehe, welche nicht berieselt, sondern Funken sprüht. So ging es mir mit „Wastecooking“. Die Pressestelle von arte fasst am besten den Inhalt der tollen Doku zusamen:

„Wastecooking“ ist ein unterhaltsames Roadmovie. David Groß, Lebensmittelaktivist und Koch, reist durch fünf europäische Länder, um all jenes kulinarisch zu recyceln, was sonst an Essbarem vergeudet wird.
Mit jeder Menge kulinarischer Ideen im Gepäck, kocht David kreativ gegen die Lebensmittelverschwendung unserer Wegwerfgesellschaft an und spürt dabei innovative Lösungsansätze auf“. (Zitat Doku-Serie und Langfilm von David Groß & Georg Misch AT 2015).

Ich fragte mich: verschwende ich auch Lebensmittel durch vergessen, schlechte Lagerung, zuviel Einkaufen… Jaaa, das kommt doch immer wieder vor, antwortete ich mir.

Zwiebelmarmelade

Diese Spezialität könnt Ihr verwenden, wo es Zucker und Zwiebeln braucht:

in Grillmarinaden
in Salatsoßen

… so gibt es keine Tränen beim Zwiebeln schneiden…

Eierlikör

Ein Portiönchen Eierlikör ist noch in der Flasche. Nach zwei Gläsern noch eines trinken? Lieber nicht…

Mit Joghurt, Joghurt auf Kokosbasis oder flüssiger Sahne vermischt ergibt das Restchen eine feine Soße oder „Dressing“ über frische Beeren.

Porridge oder Frühstücksbrei

Reste von Porridge oder Frühstücksbreimischungen sind ein feiner Ersatz für Mehl in Keksen. Die Hälfte der Mehlmenge kann in den meisten Rezepten ersetzt werden. Schaut bitte, ob Eure Mischung etwas Süßes wie Trockenfrüchte oder braunen Zucker enthält und berücksichtigt das im Rezept. Ein Beispiel für „Breikekse“ findet Ihr auf meinem Blog.

Pesto

Ein Teelöffel Pesto ist übrig:

Unter Salatsauce mischen, welche für Tomatensalat verwendet wird

Mit Schmand und gewürfelter Tomate mischen und als Dip zu gegrilltem Fleisch oder zu rohem Gemüse servieren.

Wassermelone

Ein Stück Wassermelone trennt Ihr von der grünen Schale und würfelt das reife Fruchtfleisch. Es kommt in eine Salatsoße aus Apfelessig, Olivenöl, Kräutersalz und frisch gemahlenem Pfeffer. Zucker ist nicht notwendig, denn die Melone bringt die Süße mit.

Ich glaube, irgendwo las ich mal ein Rezept, was man aus Wassermelonenschalen zubereiten kann.

Orangenmarmelade oder Aprikosenmarmelade

Die Marmelade mit der halben Menge Wasser vorsichtig erwärmen und mit dem Pürierstab eine gleichmäßige Masse herstellen. Die verdünnte erwärmte Marmelade ist eine wunderbare Glasur für einen frisch gebackenen Apfel-, Birnen- oder Quittenkuchen.

Chai Latte Pulver

Dieses Getränkepulver, vorausgesetzt es ist von guter Qualität, könnt Ihr unter Naturjoghurt mischen: Das Joghurt wird dann süß, würzig und etwas angedickt. Entweder serviert Ihr es zu Früchten oder zu einer Süßspeise anstatt Vanillesauce.

1/2 Zitrone

Wenn Ihr die Zitrone nicht auspressen mögt und den Saft mit etwas Agavendicksaft und Wasser trinken, dann könnt Ihr den Saft in einer Salatsoße anstatt Essig verwenden. Zitrone passt gut zu grünen Salaten oder auch zu Nudelsalaten mit viel Gemüse.

Haferflocken

Haferflocken in Wasser gequollen und ausgedrückt könnt Ihr wunderbar als Brötchenersatz in Hackfleisch verwenden. Frikadellen oder Hackbraten werden schön locker ohne einen Hauch von „Müsli“ zu haben.

Blog Jutta Hofmann

Wie in der Folge 1 Österreich der „Wastecooking“ Reihe auf arte habe ich nun auch begonnen, für jedes Lebensmittel, das ich wegschmeiße, 50 Cent in eine Kasse zu legen:

21.06.2017: 1 Euro
25.07.2017: 5,50 Euro

Kunstkochen

Kunstkochen! Kaum von diesem Wettbewerb gelesen, war mir klar, dass ich mitmachen möchte. Wie wird ein Gemälde zu einem Rezept? Welches Gemälde wähle ich aus?

Das abstrakte Bild mit den Schichten „Blick in das Fruchtland“ von Klee, lässt mich sofort an ein Foto aus dem Buch „Desserts. Meine Leidenschaft“ Michel Roux, Christian Verlag, 1995, denken. Es zeigt ein Glas, in das viele Lagen Mousse eingeschichtet sind: Minze, Himbeere, Birne, Schoko, Karamell…. Das Bild ließ sich nicht durch ein anderes Vertreiben…

Das Arafat Bild weckt in mir eher langweilige Assoziationen: Etwas cremiges mit Zimt, Nüssen, Karamell oder Honig. Oder eine Suppe: Petersilienwurzel, Topinambur, Parmesan, Prosecco mit Pfeffer, Quatres Épices, Nüsse oder natürlich Kaviar – alles sehr lecker, aber nicht so aufregend. Andere können das Bild superschön umsetzen: Desiree mit ihren Macarons oder Tamara mit ihrer Mango-Kokoscreme Tarte …

Das Gemälde „Frühstück“ von Dennis, lässt mich an Rote Grütze denken. In meiner Kindheit gab es die bei den Nachbarn, wenn es heiß war und in meiner Hotelküchenzeit war es das Standard Dessert für das Versicherungsvertreter-Menü. Nein, keine Rote Grütze. Die Aprikosentarte, die Kristina aus Karlsruhe, zu diesem Bild schuf, gefällt mir ausgezeichnet. Sie klebt nicht an den roten Strukturen des Bildes, sondern ihr Motiv hat diese luftige Leichtigkeit der Vorlage. Und wer würde schon zu einer Aprikosentarte zum Frühstück nein sagen?

Die Dame mit dem Hündchen „Bildnis einer Dame“ von Bronzino, hätte ich gerne kulinarisch umgesetzt. Hund? Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Da liegt der Hund begraben! Bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür!
Nein, nichts mit Hund.

Was würde sich die Dame von ihrem Diener bringen lassen? Ein Schälchen Wasser für den Hund?  War sie ungeduldig, weil die Familie schon beim Tee saß? Oder war sie froh Modell zu sitzen, weil die Jagdgesellschaft ihres Mannes tafelte und sie den Hautgout des Wildes nicht schätzte? Ich glaube, sie liebt Konfekt. Ich glaube, sie braucht etwas Aufmunterung. Vielleicht serviert einer der Kunstköche ihr etwas Süßes.

Das gepünktelte Bild „Nachmittag im Garten“ von Cross, spricht mich weniger an. Es ist mir zu pünktelig. Wie würde eine Mahlzeit aussehen in diesem Stil? Welcher Teller ist aus der Nähe unkenntlich und offenbart sich erst, wenn man von ihm weg tritt? Beim Essen ist es eher anders: Aus der Ferne sind die einzelnen Bestandteile unkenntlich und aus der Nähe offenbaren sich die Köstlichkeiten.

Die „Krocketpartie“ von Manet ist so eine Art gemalter Fitnessteller. Die Damen und der Herr in den hellen Kleidern im Grünen, wirken etwas deplatziert in ihrer Umgebung. Marshmallows auf grünem Salat oder Oeufs à la neige auf Spinat hätten auch so etwas deplatziertes.

Die „Komposition“ von Freundlich gibt da mehr her. Etwas zentrales gelbes umgeben von allerlei buntem. Die Sunshine-Mango-Coco Raw-Cake sagt mir da besonders zu, denn sie nimmt die Dynamik des Bildes auf…. und verzettelt sich nicht mit buntem Gewürfel. Wie schafft es die Bäckerin, die Essenz des Bildes zu erfassen und sie dann in eine Torte umzufüllen? (Nach meiner Ansicht ist die Dynamik die Essenz dieses Bildes). Habt Ihr schon mal von einer dynamischen Torte gehört? Wohl nicht, irgendwie alles ein bisschen verdreht (Dynamik!) in meinem Kopf …

Wieso habe ich mich für das Stilleben mit blauer Vase und Pilzen von Scholderer entschieden? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht genau.

Das Bild ist sehr reduziert in den Farben und Formen. Es ist ruhig, weil dunkle Farben vorherrschen und es hat etwas edles – der leichte Goldton der Pilze und die Spiegelung im Vordergrund.

Blog Jutta Hofmann

#kunstkochen von Alnatura und dem Städelmuseum in Frankfurt ist ein besonderer Wettbewerb. 12 ausgewählte Kunstwerke dienen als Vorlage für ein Gericht. Seid Ihr dabei? Die Aktion läuft noch bis 17. Juni 2017.

Was aus den Zutaten geworden ist, welche auf dem großen Bild sind, seht Ihr auf www.kunstkochen.de, wenn Ihr das „Stillleben mit blauer Vase und Pilzen“ aufruft: Votet für Jutta aus Schopfheim! Danke!!!!

Lieblingstasse

Jürgen rief zu einer Blogparade zum Thema „Lieblingstasse“ auf.

Das ist der Anlass, meiner longtime-allzeit Lieblingstasse zu huldigen, nachdem ihre Nebenbuhlerinnen durch meinen Mann oder durch meine eigene Ungeschicklichkeit in Scherben gelegt wurden.

Lieblingstasse

„Na, wie wäre es mit einem Kaffee? Mit Vanille? Mit Tahiti-Vanille?“
Der Papagei schaute mich aufmunternd an.
„Du hast recht. Ein Kaffee wäre jetzt gut. Vanille ist allerdings nicht mehr viel da. Und es dauert noch lange, bis Jacky wieder welche aus Tahiti mitbringen wird.“

„Sei nicht so geizig zu dir!“, krächzte der Papagei.

Ich entgegne ihm nichts. Als ich mir vor mehr als 25 Jahren die Tasse kaufte, wollte ich mir etwas Gutes tun: Ein edles Einzelstück aus Bone China von Villroy&Boch mit einem Design, das einen Hauch von Exotik, von etwas besonderem hat.

„Wie wäre es stattdessen mit Kardamom im Kaffee?“
„Dann kannst du gleich Orangenlikör nehmen. Ich mag es nicht so parfümiert. Schließlich bin ich kein Tässchen aus Ägypten.“
„Du bist heute sehr sensibel!“. Das Gelb auf seiner Brust wurde sehr blass.

„Heißes Ingwerwasser wäre noch schlimmer!“
Der Papagei sträubte sein Gefieder.
„Oh, im Kühlschrank ist noch Ingwer.“
Ich erinnerte mich an meinen Vorsatz, jeden Tag heißes Ingwerwasser zu trinken. Es sollte den Fettabbau ankurbeln, die Abwehrkräfte stärken und den Körper reinigen. Das Ingwerwasser sollte mich zu einem besseren Menschen machen: licht, leicht, beweglich, scharfsinnig…
„Lass´ den Kühlschrank zu!“, knarzte der Papagei. Sein Schnabel schien sich in meine Richtung zu heben.

„Dir wäre wohl heißer Blutorangensaft mit selbstgemachtem Punschextrakt lieber?“
„Schau´ auf die Uhr! Es ist 9:48 Uhr!
Er wippte auf seiner Liane hin und her.
Ja, du hast Recht, dachte ich. Das wäre der falsche Orangensaft zum Frühstück. Außerdem ist der Punschextrakt leer. Es ist schließlich schon März.

„Heiße Schokolade aus dunkler Kuvertüre mit Milch und Vanilleschote gekocht. Wie wäre das?“, versuche ich den Papagei zu beruhigen.
„Ich traue dir nicht! Auf der Anrichte steht noch die Flasche Chartreuse.“, schnarrte der bunte Vogel.
„Du bis heute sehr negativ eingestellt. Rechnest nur mit dem Schlimmsten. Schau´ die schöne grüne Farbe des Likörs an! Sie hat so was von Urwald.“
Ich hatte den Eindruck, als würde sich der Papagei von mir abwenden. Nach einem Urlaub in Savoyen hatten wir an Winterabenden oft „Choco Truffes to drink“ – dicke, heiße Schokolade mit Chartreuse. Sie bringt einem – so wie es Ziel der Mönche bei der Schaffung des Likörs war – dem ewigen Leben ein Stück näher.

„Weißt du, an was ich gerne zurückdenke?“, wandte sich der Papagei versöhnlich zu mir, „Wie unsere gemeinsame Zeit begann.“
„So schön war das damals nicht für mich.“, stellte ich fest: Trennung, Ärger mit der Familie, frisch umgezogen in eine neue Stadt.
„Ich erinnere mich an die wunderbaren Grüntees, die du dir damals gegönnt hast. Du bist extra in die nächste Stadt gefahren, um die Tees zu kaufen, über die du im „Feinschmecker“ gelesen hattest. Ich sage nur: Hua Hin Silver Needle!“
An diesen Tee erinnere ich mich auch. Ich musste ihn dem Teehändler fast abschwatzen und konnte mir trotzdem nur ein paar „Needles“ leisten so unglaublich teuer war er.

„Tempi passati!“, dabei plustere sich der Papagei auf.
„Also, gut. Es gibt Kaffee mit Vanille!“ lenkte ich ein.
Der Papagei glättete seine Federn wieder.

Hatte er wirklich mit mir gesprochen?

Lieblingstasse Amazona
Blog Jutta Hofmann

Mehr über Lieblingstassen gibt es auf dem Blog „Besondere Tassen“ von Jürgen.

Gäste, wie man sie gerne hätte

Party Gäste

sie kommen zu früh, sie kommen später oder gar nicht
Gäste wollen helfen, sie bringen Salate mit
und lassen Schirme oder grüne Eimer zurück

sie stellen Biergarnituren auf, leihen Tischtücher aus
bauen die Bar auf oder klappen Tische zusammen
sie leihen Kerzen, Weinkühler, Barbesteck
Kumquats und braunen Zucker

sie arrangieren das Buffet mit Tomate-Mozzarella
Nudelsalat mit Erbsen aus der Dose, ganz klassisch
veganem Getreidesalat
Donauwellen, Tiramisu, welches doch keines ist,
Cake pops, yes

sie helfen an der Spülmaschine, räumen ein, aus und um,
holen die peinliche Vase aus dem Schrank, um Blumen zu versorgen
rennen, wenn ein Glas umkippt
stehen mit dem Besen in der Hand da, wenn es Scherben gibt

bringen mit ihren Cd`s die Musikanlage aus dem Takt
später schlafen sie auf Sofas und Teppichen
schrubben die Pril-Blümchen von den Fliesen
trinken Kaffee, essen die Rest-Muffins

dann sind sie weg

Waffeln in drei Phasen

1. Phase:

Waffeln! Es ist alles da für das neue Rezept. Schließlich möchte ich so stylish frühstücken wie die Fotografinnen in meinem Instagram Account. Das yummy Ergebnis mit den maple syrup drizzled waffles with strawberries, natürlich alles organic und local grown, sollte dann auch online gehen.

2. Phase:

Backen! Es riecht gut, kleine Dampfwölkchen steigen vom Waffeleisen auf. Der Deckel des Eisens hebt sich nicht. Mal sehen. Gegen leichten Widerstand kann ich das Eisen öffnen und es entlässt die erste braun gebackene Waffel. Schnell kommt sie auf ein Gitter, das Eisen wird mit der nächsten Kelle Teig gefüttert und wieder zugedrückt.

Auch dieses Mal hebt sich der Deckel nicht. Er lässt sich gegen Widerstand öffnen: Die Waffel hat sich geteilt, ein Teil klebt unten, ein Teil klebt oben. Na, ja. Mit etwas Geschick, einer Gabel und der Angst, dass mir der heiße Deckel auf die Finger fallen könnte, löse ich die Hälften.

Ich bemerke, dass der Teig kein Fett enthält. Flugs rühre ich einen Löffel Pistazienöl unter den Teig, fülle ihn in das Eisen und warte. Es duftet nussiger als die vorigen Male, aber auch diese Waffel klammert sich am Eisen fest. Energischer als zuvor löse ich sie in kleinen Stückchen ab.

Beim Blick auf das Rezept, kommt mir in den Sinn, dass ein Eigelb – das eigentlich gar nicht vorgesehen ist – die Backeigenschaft des Teigs entscheidend verbessern könnte. Schnell ist das Eigelb untergerührt, der nächste Klacks Teig auf dem Eisen und kaum geschlossen beginnt sich der Deckel, wie es sein soll, zu heben. Mit Freude warte ich bis die Waffel fertig ist, denn ein schönes Exemplar reicht schließlich für das Instagram Foto.

Es gibt kein Foto. Die Waffel hat sich in eine fraktale Struktur – so würde es wohl ein Mathematiker formulieren – verwandelt, die sich mit dem Eisen verbunden hat. Waffelsplitter schlittern über die Arbeitsplatte, das einzige schöne Herz auf dem Gitter wird mit Krümeln besudelt. Halbfester Teig klebt außen am Waffeleisen, die verbliebenen Reste werden immer dunkler, dabei riecht es nach geröstetem in der Küche. Ich breche ab. Kein Foto heute.

3. Phase:

Putzen! Geduldig löse ich mit einem Pinsel die Krümel vom Eisen. Sie verteilen sich dabei sommersprossig über die gesamte Arbeitsfläche samt dem Küchenboden. Ich fege alles zusammen, falte ein nasses Papiertuch, das ich dann zwischen das Eisen klemme, in der Hoffnung, dass die Brösel aufgeweicht weniger störrisch sind. Drei Stunden später hat das Papiertuch die Farbe von Milchschaum auf einem Cappuccino angenommen. Ich wische mit dem Tuch behutsam über das Metall, was eine Brösel-Papier-Fasermischung entstehen lässt, die man unter großem Druck und Hitze bestimmt in einen organic coffee-to-go Becher verwandeln könnte. Ich fege wieder alles zusammen, dann schließe ich das Waffeleisen, mit der Absicht, es am anderen Tag endgültig zu reinigen.

Am nächsten Morgen heize ich das Waffeleisen wieder an. Die klebenden Brösel werden kaffeebraun, riechen wie angebrannte Erde, ziehen sich zusammen und lassen endlich das Eisen los. Mit dem Pinsel streiche ich die letzten Krümel ab, die scheinbar erleichtert dem Eisen entkommen zu sein, quer durch die Küche hüpfen.

Ein Rezept für nicht klebende Hirse Waffeln gibt es unter „Kochen und Essen“.

Ziegenkäse

Der Verkäufer sieht aus wie eine Kreuzung aus Mark Foster und Tick, Trick und Track. Sein Bart ist so gepflegt, dass man fast auf eine extremistische Neigung schließen könnte. Mit wachem Blick steht er hinter der Käsetheke. Theke? Nein, Vitrine! Die verschiedenen Käse sind auf unterschiedlich hohen Plateaus angerichtet. Bei jedem Käse steht der Name und ein QR Code.

„Hi, hast Du eine Scanner App auf Deinem Smartphone?“
Sehe ich aus, als hätte ich das nicht?
Ich ziehe mein Smartphone aus der Tasche, fege das graue Haar vom Display und scanne den Ziegenkäse.

Der Käse stammt von den Ziegen, welche in gerader Linie Nachfahren der Ziegen des Dalai Lama sind, natürlich vor der Invasion der Chinesen. Sie bewohnen einen Stall, der nach anthroposophischen Grundsätzen nach den Gestirnen ausgerichtet ist, unter zu Hilfenahme eines Sextanten, den schon Marco Polo im Gepäck hatte.

Ihr Fell wird mit Bürsten einer Schwarzwälder Manufaktur gestriegelt, während ein Barde Hirtenlieder singt und auf einer kurdischen Geige dazu spielt. Seine Vorfahren brachten in der Mongolei Kamele zum Weinen und im osmanischen Reich Sultane zum Lachen.

Die Ziegen werden von mit Bio-Arganöl gepflegten Händen rhythmisch gemolken. Danach wird die Milch erwärmt und mit einer Kultur versetzt, welche aus einer Grabbeigabe im alten Ägypten stammt und wieder belebt wurde. Zur Sicherheit hat ein venusischer Heiler die Bakterien vom eventuellen Fluch der Pharaonen befreit.

Die Käse reifen anschließend in recycelten Bronzegefäßen in einer Höhle, deren Wände von kultischen Zeichnungen einer matriarchalen Kultur bedeckt sind. Nach einer Reifezeit von exakt 56,3 Stunden werden die Käse von einer Integrations-Initiative in mit Mikroorganismen geimpfte, kompostierbare Käseleinen verpackt.

Ich schaue von meinem Display auf und deute auf den Käse:
„Ja, ich will von diesem Käse!“

Tick, Trick, oder Track nimmt ihn aus der Vitrine, legt ihn auf die Waage.
„Macht 19,43 Euro!“ „Es sind immerhin 42 g von diesem seltenen Ziegenkäse“, versucht er mir die eventuelle Reue meiner Entscheidung zu nehmen.

Ich tausche einen 20 Euro Schein gegen den Käse ein und verlasse den Laden.

Ob der Käse geschmeckt hat?

Weiß ich nicht.

Die Dose Schältomaten in meiner Einkaufstasche drückte auf den Ziegenkäse. Er quoll durch das kompostierbare Leinen.

Ziegenkäse von Vorne auf Tableau

Hallo Welt!

Diese Überschrift verwendet WordPress.

Klingt etwas bescheuert, aber irgendwie stimmt es auch.

Hatte ich früher, ich meine, als das Telefon noch fest an der Wand montiert war, Brieffreundinnen in Jugoslawien (hieß damals noch so – heute wäre es Serbien), Finnland, Frankreich und Italien, folge ich heute Blogs aus Kalifornien, Spanien, Deutschland, Saudi Arabien…

Mein Alltag wird dadurch bereichert.

Ich lese Texte im Netz auf englisch, französisch, spanisch oder italienisch -letztere mit Übersetzungshilfe

Schmuddel-Ecken in der Wohnung werden herausgeputzt
all die schönen Dinge, die in den Schränken schlummern, werden auf dem Sideboard immer wieder neu arrangiert

Ich trage manchmal mein Frühstück in den Wald, um es dort zu genießen
Anstatt Marmeladenbrot oder Müsli gibt es jetzt zusätzlich Waffeln oder Pancakes

Ich sehe, dass in Oregon schon Schnee liegt, in Riyadh der Verkehr vierspurig um unglaubliche Hochhäuser fließt und man sich in Melbourne auf den Sommer freut
Mein Alltag ist einer von vielen…

Online Inspiration wird zu offline Aktion